Trendsport Flag Football jetzt in Stephanskirchen

von Redaktion

Beim SV Stephanskirchen Schloßberg gibt es eine neue Abteilung für Flag Football. Die kontaktarme Variante des American Football wird von den neu gegründeten „Schloßberg Kings“ angeboten.

Stephanskirchen – Touchdown ohne Tackling? Beim Flag Football ist das die oberste Regel. Denn während beim American Football das Defense-Team, also die Abwehrspieler, durch vollen Körpereinsatz mittels Tackling versuchen, den Ballträger zu Fall zu bringen, ist das beim Flag Football tabu. Denn bei dieser Variante des Sports ist Körperkontakt verboten. Stattdessen versuchen die Spieler, ihre Gegner durch das Ziehen von Flaggen am Hüftgurt zu stoppen. Der Sport erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ist bei den Olympischen Spielen 2028 im Programm. Während die Dämmerung über dem Sportplatz in Waldering hereinbricht, geht es auf dem Spielfeld richtig zur Sache. Zehn Männer – gespielt wird meist fünf gegen fünf – stehen in gebückter Haltung auf dem Spielfeld und rennen los: Während die einen versuchen, den Football in die Endzone des Gegners zu bringen, setzen die anderen alles daran, ihre Gegner daran zu hindern. Allerdings nicht wie beim „klassischen“ Football durch das Tackling, wo sie sich mit dem ganzen Körpergewicht gegeneinanderstemmen und versuchen, den Gegner am Vorankommen zu hindern.

Einer der Spieler ist Simon Steffelbauer. Der Grafinger spielt eigentlich in einer Flag-Football-Mannschaft in Fürstenfeldbruck. Während die Stephanskirchener Mannschaft, die „Schloßberg Kings“, noch im Aufbau ist, unterstützt er sie beim Training. Früher habe er Tackle Football gespielt, sich dann aber für die kontaktarme Variante entschieden. „Ich habe mich gefragt: Ist es mir das wert, mich dieser Gefahr auszusetzen?“, erklärt er. Beim Flag Footballtragen die Spieler jeweils links und rechts ein Fähnchen an einem Hüftgurt. Um den Gegner, der sich in Ballbesitz befindet, und damit den Spielzug zu stoppen, muss eine davon gezogen werden. Gelingt es – oder der Ball landet im Aus –, ist der Spielzug beendet. Tackling, Blocken, Schlagen oder Festhalten sind verboten. Der Sport, so Steffelbauer, werde dadurch schneller, athletischer und der Einstieg ins Spiel sei einfacher.

Auch Lukas Weiß aus Griesstätt trainiert aushilfsmäßig in Stephanskirchen mit. Der 19-Jährige spielte in der U17-Nationalmannschaft und spielt derzeit bei den Munich Spatzen. Das Besondere: Beim Flag-Football treten oft gemischt geschlechtliche Teams an. Frauen und Männer beziehungsweise Jungen könnten problemlos miteinander trainieren und spielen.

Die Idee, eine Mannschaft in Stephanskirchen hochzuziehen, hatte Stephan Horrer. Er hat drei Jahre in der Flag-Football-Mannschaft der Rosenheim Rebels gespielt, bis er wegen einer Knieverletzung aufhören musste. Anschließend wurde er Trainer. Der Stephanskirchener wusste, dass auch Interesse in der Heimat da war. „Die Unterstützung vom Hauptverein ist groß“, sagt er. Auch um Spieler musste er nicht lange werben. Nur zwei Monate nach der offiziellen Abteilungsgründung im Februar 2026 hat Horrer ausreichend Spieler für den Spielbetrieb.

Jetzt heißt es trainieren. Aber Horrer ist optimistisch: „Wir haben einige Rookies dabei. Aber die sind richtig gut. Die Mannschaft wird weit kommen“, so der Abteilungsleiter. „Rookies“ bedeutet so viel wie Anfänger. „Für uns überhaupt kein Problem“, so Horrer, denn jeder, der sich für Football interessiere und Lust hätte, könne mitmachen. „Die Regeln sind schnell gelernt, die Athletik kommt mit der Zeit“, meint Coach Brian Tietze.

Ab Mai plant der SV Schloßberg Stephanskirchen auch eine Flag-Football-Mannschaft für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. In den Osterferien fand bereits das erste Jugendcamp statt, an dem zehn Buben und Mädchen teilnahmen. „Interesse ist auf jeden Fall da“, freut sich Horrer.

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