Neubeuern – Wenige Wochen nach seinem 84.Geburtstag starb Helmut Typold. Im engen Kreis seiner Familie und Bekannten wurde er am Friedhof in Altenbeuern bestattet. Hilfsbereitschaft, vertrauliche Verbundenheit, Lebensfreude waren die Wesenszüge die das Wirken Typolds im Privaten wie im Beruf bestimmten.
Die Entwicklung der Marktgemeinde und der kommunalen Verwaltung wurden von Typold über vier Jahrzehnte mitgeprägt. Die Umsetzung der Vorgaben und Beschlüsse der politischen Verantwortungsträger, der Bürgermeister Benedikt Paul, Michael Schmidl und Hans-Jürgen Tremmel sowie den jeweiligen Gemeinderäten musste durch ihn vollzogen werden.
1965 fand Typold den Weg zur Gemeinde Neubeuern. Als „Gmoaschreiber“, wie man damals solche Tätigkeiten bezeichnete, war er dann lange 42 Jahre zielgerichtet, Neuerungen aufgeschlossen, kollegial und in der Bevölkerung anerkannt aktiv. Bürgermeister Christoph Schneider, einst selbst aus der Verwaltung kommend, würdigt im Rückblick die von Typold entscheidend mitbestimmten Veränderungen, Arbeitsabläufe, gesetzliche Vorgaben, kommunale Beschlüsse. Die Veränderungen mindestens einer Generation wurden von Typold mit getragen, so Schneider.
Die Gebietsreform, mit der Gemeindezusammenlegung von Alt- und Neubeuern fiel in seine Anfangszeit. Aufzeichnungen belegen die von Typold vollzogene Übernahme der Akten mittels eines Leiterwagens in das neue Gemeindeamt. Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Nußdorf, Kanalbau, Wasserversorgung, Schul- und Freizeitzentrum, Kindergärten, waren Aufgaben, welche vom Geschäftsleiter umgesetzt werden mussten. Dazu die vielen technischen Neuerungen. Einladungen wurden anfangs noch mit Matritze gefertigt, ehe ein erster Kopierer angeschafft wurde, Kassengeschäfte wurden bar erledigt. An Computer war noch lange nicht zu denken.
Er bestimmte das Geschehen auch als Organisationstalent. Viele Feste wurden durch seine Zauberkunststücke zu einer bleibenden Erinnerung. Als Fußballer wirkte er beim TSV Neubeuern in der Seniorenmannschaft, und später als Leiter der AH-Truppe.
Die Familie mit drei Kindern, Enkel und Urenkel waren für Typold wichtig. Hier war er beschützender Helfer und großzügiger Opa. Ein breiter Freundeskreis war es, mit dem er Reisen, Besichtigungen, Ausflüge unternahm. Die Almwirtschaften der heimischen Bergwelt waren oft Ziel dieser Exkursionen.
Krankheitsbedingt zog sich Typold immer mehr zurück. Seine Todesnachricht verbreitete sich dennoch sehr schnell im Ort. swt