Zum Thema ,,Herausforderung Leben mit Wildtieren“ (Lokalteil):
Der hochinteressante Artikel von Frau Gerlach über das Leben mit Wildtieren zeigt deutlich den Nutzungskonflikt. Es ist eine enorme Leistung des Bibers, sich in solch kurzer Zeit so zu vermehren. Bei uns an der Kalten gibt es keine Weidensträucher mehr und selbst die Habitat-Weidenbäume sind angenagt und ihre Tage gezählt. Junge Bäume gleich welcher Art sind nur noch mit Drahtzaun in die Höhe zu bringen. Selbst von Naturschutzleuten wird der Abschuss von Rehwild gefordert, wenn Jungpflanzen im Wald verbissen werden. Aber Jäger werden keine Freude haben, wenn der Biber ins Jagdrecht aufgenommen wird und sie für seinen Schaden haften müssten. Der Biber hat nur einen Feind, und das ist er selber, wenn er vors Auto läuft. Der Wolf wäre eine Lösung, um den Biber auf einer stabilen Population zu halten (nicht ganz ernst gemeint). Was mir aber bei dem Bericht aufgestoßen ist, ist die Äußerung des Forstwissenschaftlers Manfred Schölch von der Hochschule Weihenstephan. Mit einem Bild wird untermauert, wie bilderbuchmäßig der Wald sich ohne Eingreifen des Menschen entwickelt. Nun frage ich mich, warum dann forstwirtschaftliche Hoch- und Fachschulen nötig sind, ausgebildete Förster, Waldfacharbeiter und Bauern, wenn der Lehrsatz gilt: „Lasst den Wald in Ruhe!“ Außerdem entsteht der Eindruck, der Wald wäre hauptsächlich zur Totholzproduktion nötig. Kein Wort über den immensen Holzbedarf der Volkswirtschaft, auch zur Herstellung von Zeitungen.
Peter Dinzenhofer
Rosenheim