Großkarolinenfeld – Der Gemeinderat traf sich zu seiner letzten Sitzung in der aktuellen Wahlperiode. Die Tagesordnung war kurz, neben einigen Formalitäten stand die große Verabschiedung an. Bürgermeister Bernd Fessler (parteifrei) gab einen Rückblick auf die Projekte der letzten sechs Jahre, die der Gemeinderat zusammen begleitet hat. Darunter der Neubau des Rathauses, die „gut gelungene“ Renaturierung des Erlbachs sowie die Erschließung der Max-Josef-Straße Ost, die kürzlich abgeschlossen wurde.
Persönliche Worte bei
der Verabschiedung
Die ausscheidenden Gemeinderäte verabschiedete er persönlich. Klaus Boos (CSU), der von 2014 bis 2026 Gemeinderat war, lobte er für seine „große Konstruktivität“. Da er aus der Branche komme, zeigte er besonders im Bauausschuss viel Facherfahrung.
Zu Dr. Erwin Gutsmiedl (FW-GBV), der ebenfalls von 2014 bis 2026 im Gremium war, gestand der Bürgermeister ein: „Wir waren nicht immer einer Meinung, doch das darf ja auch einmal sein.“ Er sei ein kritischer Gemeinderat gewesen, der viel „physikalische Kompetenz“ eingebracht habe.
Martin Rieder (SPD) war als Nachrücker 2022 für Emil Maier in den Gemeinderat gekommen. „Du warst in der Runde immer geschätzt, weil du auch unbequeme Meinungen geäußert hast“, so der Bürgermeister.
Mit Bernhard Schlosser (CSU) wurde ein sehr langjähriges Mitglied des Gemeinderates verabschiedet. Er saß von 2002 bis 2026 im Gremium. „Du bist ein bodenständiger Typ, auf den man sich immer verlassen konnte“, so Fessler.
Angela Schwarzfischer (Bündnis 90/Die Grünen) war von 2020 bis 2026 Gemeinderätin. Sie habe sich durch große Empathie ausgezeichnet und sich immer für das Nebeneinander von Großkarolinenfeld und Tattenhausen eingesetzt.
Tae Su Yoon (CSU) war von 2014 bis 2026 Gemeinderat. Zu ihm könne man weder viel Gutes noch Schlechtes sagen, da er nicht so oft anwesend gewesen sei, wie der Bürgermeister sagte.
Mit Lieselotte Wallner (CSU) scheidet nicht nur eine langjährige Gemeinderätin (2002 bis 2026), sondern auch die stellvertretende Bürgermeisterin aus. „Du warst eine Zweite Bürgermeisterin, wie man sie sich nicht besser wünschen kann“, so Bernd Fessler. Wallner war auch in diversen Ausschüssen aktiv. Der Bürgermeister lobte, dass sie stets eine unternehmerische Sichtweise eingebracht habe. „Auf dich hat man sich zu 100 Prozent verlassen können – nicht umsonst hat dich der Gemeinderat zur Ehrenbürgerin der Gemeinde ernannt.“ Parteikollege Leonhard Krichbaumer (CSU) hatte eigens ein Gedicht vorbereitet, in dem er den Einsatz Wallners für die Gemeinde betonte.
Ein Lob an den Gemeinderat gab es auch von Christian Baumann, dem Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung. „Ich möchte mich für die über weite Strecken vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken“, sagte er. Er richtete sich auch an den Bürgermeister, der ebenfalls aus dem Amt scheidet. „Du warst 25 Jahre Bürgermeister, das nötigt einem allen Respekt ab!“ Als Chef habe Bernd Fessler die Mitarbeiter der Verwaltung stets unterstützt, gefordert und gefördert.
Auch aus dem Gemeinderat gab es Lob und Dank für den Bürgermeister. Roman Hörfurter (PLW) hob die „tolle, spannende Zeit mit ernsten und schönen Momenten“ hervor. „Du standest immer zu dem, was du gemeint hast – doch danach konnte man auch wieder zusammensitzen und es ausratschen“, betonte er. „Es war eine Ehre für uns, dich zu begleiten.“
Vom „Azubi“
zum Bürgermeister
Bürgermeister Bernd Fessler richtete sich zum Abschluss an seinen Nachfolger Anton Wallner, der als Zuschauer die Sitzung verfolgte. „Mir ist nicht bang um die Zukunft der Gemeinde“, so Fessler. Wallner zeichne sich durch viel Know-how und Empathie aus. Wallner selbst betonte, er habe Großkarolinenfeld als „gut aufgestellte Gemeinde“ erlebt. Seit vier Wochen habe er bereits ein Büro im Rathaus – noch allerdings sei das der Raum des „Azubis“. Das wird sich nun ändern: Diese Woche findet die konstituierende Sitzung statt, in der die neuen Gemeinderäte und der neue Bürgermeister in den Alltag starten. Den Rathausschlüssel hat Wallner ja schon.