Renolit-Brache wird Wohnquartier

von Redaktion

Die Pläne für das Renolit-Gelände in Rohrdorf werden konkret. Das Unternehmen und die Gemeinde haben nun vorgestellt, wie die Industriebrache zu einem neuen Wohnquartier mit Gewerbe und Kita umgestaltet werden soll. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan beschlossen und damit den offiziellen Startschuss für das Projekt gegeben.

Rohrdorf – Die rund 4,4 Hektar große, leer stehende Fläche in Thansau ist einigen Rohrdorfern ein Dorn im Auge. Zu lange blieb das Renolit-Gelände aus ihrer Sicht ungenutzt. Das ging sogar so weit, dass sich einige Rohrdorfer zusammenschlossen und ein eigenes Konzept für die 44.000 Quadratmeter entwickelten. Allerdings ohne Absprache mit dem Unternehmen, dem das Gelände gehört.

Produktion von Renolit vor
fünf Jahren verlassen

Doch mittlerweile rührt sich etwas beim Verpackungshersteller, der bis Ende 2021 vorwiegend Kunststofffolien für den medizinischen Bereich produzierte und den Standort offiziell im März 2022 schloss. Ein „vorgezogener Bürgeraustausch“ im Oktober 2025 war das erste Lebenszeichen. Nun folgt ein Weiteres.

„Der Startschuss ist gefallen“, verkündet Renolit und bezieht sich damit auf den Bebauungsplan, der am 23. April vom Rohrdorfer Gemeinderat beschlossen wurde. Wie vergangenes Jahr bereits angedeutet, soll aus dem Industriegelände allmählich ein großes Wohnquartier werden, das durch Gewerbe, Kita, Bäckerei und Bürgerhaus ergänzt wird. Ein neuer „Dorfanger“ für die Gemeinde, wie ihn sich nicht nur Bürgermeister Simon Hausstetter erhofft hat. „Wir schaffen hier ein neues Herzstück für unseren Ort, das Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Lebensqualität verbindet“, meint der Rathauschef.

Er tauschte sich seit der Schließung regelmäßig mit dem Eigentümer aus Worms aus, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Mit dem Bebauungsplan ist nun der erste Schritt in Richtung neuem Renolit-Gelände getan. Das Ziel ist ein Quartier mit „gut vernetzter Wohnfläche“. Eine Verbindungsstraße soll dafür sorgen, dass man nicht mehr komplett entlang des Zauns an der Industriebrache herumlaufen muss, um beispielsweise zum Thansauer See zu gelangen. Das rund 7.000 Quadratmeter große Waldstück soll außerdem erhalten bleiben. „Unser Konzept macht Thansau grüner, klimaresistenter und lebenswerter“, meint Annette Pfundheller, Landschaftsarchitektin der „mgk“, eines von zwei Architekturbüros, die im Auftrag von Renolit für die Gestaltung verantwortlich sind.

Noch keine Details
zu den Wohnungen

Wie genau Wohnraum, Freiflächen oder Cafés aussehen werden, steht bisher nicht fest. Bisher gibt es nur eine sehr grobe Übersicht mit sechs einzelnen Abschnitten. „Wir sind noch in der Ideenphase. Das Renolit-Gelände kann aber ein vorbildhaftes Wohnquartier werden“, sagt Andreas Leupold, Architekt des zweiten zuständigen Büros „LBGO“.

Zuvor muss aber noch einiges passieren, wie der Rückbau der alten Produktion sowie die „Beseitigung der Altlasten“ aus der Zeit, als dort noch eine Munitionsfabrik stand. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1960, errichtete Renolit dort das Werksgelände. „Wir rechnen ungefähr mit fünf bis sechs Jahren ab dem heutigen Zeitpunkt“, so Rüdiger Schätzler, Projektleiter bei „Inno und Ort”, dem Projektentwickler für das Gelände.

Bebauungsplan bis
spätestens Ende 2028

Im Rahmen des nun gestarteten Bebauungsplanverfahrens wird die Gemeinde die Gestaltung in den nächsten „24 bis 30 Monaten“ konkretisieren. Ein Einzug in die neuen Wohnungen wird erst nach 2030 möglich sein. Renolit-Vorstandsmitglied Thomas Sampers versprach dabei schon beim ersten Aufeinandertreffen mit den Rohrdorfern im Oktober 2025, dass die Anwohner „weiterhin im Prozess mitgenommen werden“.

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