Sieben Ortsvereine packten beim Pfaffenhofener Maibaum an. Die Rotter Maibaumdiebe hatten ihn pünktlich zurückgebracht und halfen. Foto Stache
Rosenheimer Land – Brauchtum in Reinkultur und das unter weiß-blauem Himmel. Bei den Maibaumfesten in der Region war viel los.
Mit Pferdegespann, Muskelkraft und bester Laune kam der Törwanger Maibaum am Vormittag zurück in die Gemeinde: Der stattliche Baum war zuvor von den Burschen aus Hirnsberg-Pietzing traditionsgemäß „gestohlen“ worden. Am Dorfplatz packten die Mitglieder der Feuerwehr, des Veteranenvereins, der Schützengesellschaft und der Musikkapelle gemeinsam an und zeigten, wie lebendig das Brauchtum am Samerberg getragen wird.
Der neue Maibaum in Pfaffenhofen steht. So hatten es sich die Verantwortlichen der Feuerwehr vorgestellt: strahlender Sonnenschein und viele, viele Menschen. Kurz nach 11 Uhr kamen die Rotter Maibaumdiebe am Ortseingang an und wurden von der Hochstätter Musi und den sieben ausrichtenden Ortsvereinen empfangen: Trachtenverein, Feuerwehr Pfaffenhofen, Feuerwehr Westerndorf, Bulldogverein, Veteranenverein, Schützenverein und die Landjugend. Von dort zog man in Richtung Kirche, wo schon Hunderte von Menschen warteten.
Fast 30 Meter misst die von Peter Lechner gestiftete Fichte. Und dann ging es ans Aufstellen: Zentimeter für Zentimeter wurde der Baum mit Geschick, Präzision und Muskelkraft unter Zuhilfenahme langer Stützstangen aus Holz hochgehievt. Dafür gab es am Ende dann viel Applaus von den Zuschauern.
Kurz war er weg, der neue Maibaum von Jarezöd. Doch für eine gute „Auslöse“ fand der Baum seinen Weg zurück. Schon vor Wochen hatte die Feuerwehr im Maibaum-Stüberl in Dred bei der Familie Riedl alle Hände voll zu tun. Kaiserwetter herrschte dann am 1. Mai rund um Dred, als die Aktiven der Feuerwehr auf der Wiese neben dem Biergarten der Wirtschaft den neuen Maibaum aufstellten.
Der 28 Meter lange Baum, den Thomas Zimmermann gespendet hatte, wurde dann mit Geschick, Präzision und Muskelkraft unter Zuhilfenahme langer Stützstangen aus Holz hochgehievt. Und dann konnten auch die jungen Burschen, die das Prachtstück aufstellten, Brotzeit und Bier genießen.
Prächtiges Wetter, prächtiger, 27 Meter langer weiß-blauer Maibaum, prächtige Stimmung und die Ortsmitte vor der Reischenharter Kirche mit einem Besucherandrang wie lange nicht. Angeführt von der Musikkapelle Flintsbach und dem Pferdegespann von Sepp Reiter-Lechner brachten die Maibaumdiebe vom Burschenverein Flintsbach-Fischbach den Maibaum wieder zurück und packten bei der Aufstellung per Irxenschmalz kräftig mit an. Die Reischenharter Dorfgemeinschaft hatte alle Hände voll zu tun, um die Besucher zu bewirten. Die Musikkapelle Großholzhausen löste ihre Flintsbacher Kollegen ab. Gestiftet hatte den Maibaum Olaf Kalsperger, seit gestern Ex-Bürgermeister. Für seine Nachfolgerin Franziska Pfaffenhuber war es der erste offizielle Tag als Bürgermeisterin.
Diese Söchtenauer! Klauen einfach den schönen Maibaum aus Zaisering. „Eine zünftige Brotzeit mit Bier war fällig, sonst hätten sie das Stangerl nicht wieder herausgerückt“, berichtet Max Fischbacher, der die 28 Meter lange Fichte aus den Vogtareuther Wäldern gespendet hatte. Schon früh morgens wurde der Maibaum von den Zaiseringern zurückgeholt. Im Rahmen eines Maibaumfestes unter blühenden Apfelbäumen stemmten rund 70 Feuerwehrler aus Söchtenau und Zaisering mit reiner Muskelkraft den Maibaum neben dem Kriegerdenkmal in der Ortsmitte hoch. 14 Taferl werden ihn künftig schmücken. Und Maxi und Xaver nehmen schon mal Maß. „Wenn wir groß sind, sind wir auch dabei“, sagen die beiden Buben im Brustton der Überzeugung.
Die Halfinger Dorfvereine haben in der Ortsmitte ihren neuen Maibaum aufgestellt. Der 24 Meter lange Baum ist mit 14 Figuren, sechs Zunftzeichen und einem Storchennest an der Spitze geschmückt. Zuvor hatten die Ameranger Maibaumfreunde den Baum gestohlen. Die Taferln mit Darstellungen verschiedener Berufszweige wurden von der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei aus Berchtesgaden gefertigt, deren Schüler beim Maibaumfest mitfeierten. Auch der neue Bürgermeister, Stefan Schlaipfer, packte an seinem ersten Arbeitstag beim Aufstellen tatkräftig an den Schweiberln mit an, unterstützt von seinem Ameranger Kollegen Konrad Linner.