Ternopil/Chiemgau – Erschreckende Bilder haben dieser Tage den Chiemgauer Helferkreis für die Stadt Ternopil (Ukraine) erreicht. Wie Mitglieder der dortigen Diözese die Helferkreis-Vorsitzende Katharina Schmid informierten, gab es am 1.Mai den bisher größten russischen Luftangriff auf die Stadt Ternopil. Mit dieser ist der Helferkreis seit über 30 Jahren freundschaftlich verbunden und seit dem Angriffskrieg wurden die Hilfslieferungen weiter intensiviert. Erst vor wenigen Tagen hatte sich wieder ein voll beladener Lkw, der inzwischen 28. seit Beginn des Krieges von Prien aus auf den Weg gemacht.
Bilder und Videos
aus Ternopil
„Bei der jüngsten Angriffswelle mit rund 50 Drohnen konnten 16 nicht mehr abgewehrt werden, zehn Menschen wurden verletzt, Gott sei Dank hat es keine Toten gegeben“, so heißt in den Mitteilungen mit Bildern und Videos aus Ternopil. Die Bewohner versammelten sich zahlreich in unterirdischen Räumen, in den Kirchen und vor allem auch in der Kathedrale. „Beten auch Sie für uns!, so die Bitte von den Freunden aus der Ukraine abschließend.
Der inzwischen 28. voll beladene große Lkw ist gerade in Ternopil angekommen und abgeladen gewesen, als der Luftangriff kam.
Die Feuerwehr Prien hatte ihre Waschhalle zur Verfügung gestellt, um die gesammelten Spenden einzulagern und zu sortieren. Traudi und Jakob Steiner vom Helferkreis wurden beim Transport und Zusammenstellen der Waren vielfach unterstützt. „Ohne die oft stillen Helfer, die oftmals nicht namentlich genannt werden wollen, könnten wir nicht so große Hilfe leisten, allein auf dem Lkw haben wir 16 Tonnen Hilfsgüter verladen. Zudem werden noch zwei Sprinter die Fahrt nach Ternopil antreten“, so Traudi Steiner. Außerdem machten sich Johannes Dreikorn und ein weiterer BRK-Ehrenamtlicher auf den Weg, ein hier nicht mehr benötigtes Fahrzeug nach Ternopil zu bringen. Die beiden waren am gestrigen Montag heil wieder in Prien. Beispielhaft nannte Traudi Steiner aus den Reihen der Unterstützer Spender und Helfer aus der Gemeinde Übersee, eine Rollator-Spende der Nachbarschaftshilfe Oberhaching, ein enormes Entgegenkommen des Netto-Geschäftes in Prien, eine Krankenbetten-Spende der Bürgerhilfe Bernau und zum wiederholten Male eine Spende vom Kleidermarkt der Reisacher Frauengemeinschaft. Bei den Vor-Ort-Transporten wurde der Helferkreis von den Firmen Adelholzener in Siegsdorf und Mey in Prien unterstützt.
Persönlicher Austausch mit
dem Priesterseminar
Fritz Tischner, Zweiter Vorsitzender des Chiemgauer Helferkreises für Ternopil/Ukraine, resümierte: „Wenn wir nicht so stabile Kräfte von Anfang an in unseren Reihen hätten und wenn wir nicht immer wieder neue Hilfszusagen und Spenden bekommen würden, könnten wir die Herausforderungen nicht leisten. Aber dadurch, dass wir mit dem Priesterseminar in Ternopil einen ständigen und zuweilen auch persönlichen Austausch haben, wissen wir, was dort gebraucht wird und was wir zu tun haben“. Und sie wissen, wenn der Krieg mal wieder nach Ternopil kommt. Der Helferkreis der Diözese Ternopil lädt alle Mitglieder, Helfer und Förderer zur Jahresversammlung am Dienstag, 12. Mai, ab 19 Uhr in das Gasthaus „Kampenwand“ nach Aschau ein. Dabei ist auch ein aktueller Bericht über die Situation in der Ukraine durch Pfarrer Ivan Vynnyk vom Priesterseminar in Ternopil vorgesehen. Interessierte sind willkommen.