Riedering – Alles wird teurer. Alles? Nein, in einer Gemeinde im Landkreis Rosenheim regt sich Widerstand gegen den Teuer-Trend. Genauer gesagt in Riedering. Bei den Feierlichkeiten der örtlichen Jungbauernschaft zum 75. Jubiläum haben sich die Veranstalter nämlich bewusst für günstigere Getränkepreise entschieden. So kostet die Mass Bier im Riederinger Festzelt, wo die Party am Donnerstag (7. Mai) startet, nur 8,90 Euro. „Schon in den Vorjahren ging die Tendenz auf den Festen in der Region immer in Richtung zehn Euro“, erklärt Florian Weigel von der Jungbauernschaft Riedering.
Schnäppchen in Riedering:
„Drücken den Bierpreis“
Auch beim Jubiläum der Riederinger Feuerwehr im vergangenen Jahr habe man sich ganz bewusst gegen einen hohen Bierpreis gestellt – und damit einen Trend gesetzt. Denn in der Folge haben auch andere Vereine in der Region versucht, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. „Wir drücken den Bierpreis“, sagt der Jungbauernschafts-Vorsitzende Nicolas Pronnet und lacht. Aperol und Co. gibt es bereits für fünf Euro, die anderen Bargetränke für vier Euro. Man habe in der Simsseegemeinde allerdings auch das Glück, dass die Festzelte von den Besuchern in der Regel gut angenommen werden, ergänzt er. Der Umsatz stimmt.
Doch wie können sich die Riederinger diesen Bierpreis leisten? Schließlich wird auch alles rundherum teurer. Der große Vorteil der Riederinger: eine starke Gemeinschaft von Ehrenamtlichen. „Bei uns ist alles freiwillig“, erklärt Weigel. „Wir haben keine Ausgaben, bis auf die Bedienungen.“ Die beiden warnen aber auch davor, das Jubiläumsfest mit Veranstaltungen wie dem Rosenheimer Herbstfest oder den Starkbierfesten in der Region zu vergleichen, wo die Mass gut und gerne 13 Euro kostet. „Wir haben um die 100 engagierte Helfer, die mit anpacken“, erklärt Pronnet. Auf der Wiesn müsste jeder Mitarbeiter bezahlt werden. Hinzu kommt, dass einige Firmen großzügig gespendet haben und die Feierlichkeiten unterstützen. „Bei uns steht nicht das Geldverdienen im Vordergrund“, ergänzt Weigel. Man wolle schlichtweg das 75. Jubiläum des Vereins feiern.
Und dafür haben die Mitglieder sich schon vorab ordentlich ins Zeug gelegt. Vom Zeltaufbau bis zur Gestaltung – überall wird fleißig angepackt. Das Motto der Veranstaltung lautet „Western“. Und getreu diesem Thema wurde auch der Innenraum des Zelts und allen voran die Bar gestaltet. So können die Besucher in Riedering echtes Saloonfeeling erleben. Und wer genau hinsieht, wird auch das ein oder andere Deko-Highlight entdecken. Denn mit Leni Ittlinger hat die Jungbauernschaft ein kreatives Talent in ihren Reihen. „Sie ist brutal begabt“, sagt Weigel. Das zeigt sich besonders eindrucksvoll am Bullenkopf, der die Bar zieren wird. Doch keine Sorge, dafür musste kein Tier sterben. Den großen Tierschädel bastelte Ittlinger aus Kartons, Papier und Bauschaum.
Spektakuläre Szenen
bei „Bull and Pull“
Und auch beim „Bull and Pull“-Event am Freitag (8. Mai) werden keine echten Bullen ins Festzelt gebracht. Ähnlich wie beim Firetruck-Pulling beim Jubiläum der Feuerwehr 2025 werden dieses Jahr wieder große Maschinen durchs Zelt gezogen. Dieses Mal allerdings ein rund vier Tonnen schwerer „Bull“-dog. Nachdem ein Team von sechs Leuten diesen die rund 30 Meter bis zum Ziel gezogen hat, muss ein Spieler eine Halbe Bier auf Ex trinken. Anschließend muss ein Teammitglied sein Talent im Bullriding beweisen. Und die Zeit, die er oder sie sich auf dem künstlichen Bullen halten kann, wird von der Traktor-Zug-Zeit abgezogen. Echtes Wild-West-Feeling also.