Die erste Tiertafel im Landkreis Rosenheim

von Redaktion

Damit bedürftige Menschen nicht auf ihr Haustier verzichten müssen, plant der Höslwanger Tierschutzverein „Federn und Pfoten“ die Eröffnung der ersten Tiertafel im Landkreis Rosenheim. Der Verein hat bereits sechs Tonnen Futter auf Lager und prüft nun den Bedarf in der Region.

Höslwang – Haustiere sind für viele Menschen mehr als nur ein tierischer Mitbewohner. Der Markt für Heimtierbedarf boomt daher nicht ohne Grund. Aber was, wenn Frauchen oder Herrchen in eine finanzielle Schieflage geraten und das Geld knapp ist?

Tiertafeln helfen
bei der Fütterung

Für diese Fälle gibt es Tiertafeln. Doch erhalten bedürftige Tierhalter dort Futterspenden für ihre Haustiere. Der Höslwanger Tierschutzverein „Federn und Pfoten“, der einen Gnadenhof für Nutztiere und Geflügel betreibt, plant nun, die erste Tiertafel im Landkreis zu eröffnen. „Seit einem Jahr verfolgt mich dieser Gedanke“, sagt Nicola Kohoutek, Vorsitzende des Vereins. Noch stecke die Idee in den Kinderschuhen, aber: „Irgendwie muss man mal anfangen.“

Die Tierschützer hatten im vergangenen Jahr viel um die Ohren. Unter anderem mussten die Kohouteks – neben Nicola gehören auch ihr Mann Georg und ihre Tochter Angelina zu den treibenden Kräften – mit ihrem Hof umziehen. Inzwischen ist der letzte Zaun wieder aufgebaut, das Federvieh hat sich gut auf dem neuen Hof eingelebt.

Der Tierschutzverein erhält immer wieder Futterspenden. „Was drin ist, wissen wir vorher nicht“, berichtet Georg Kohoutek. Meist wird ein Zeitfenster von mehreren Tagen angegeben. Dann kommt der Lkw mit den Paletten. Zuletzt beladen mit Hunde- und Katzenfutter. Derzeit lagere der Verein rund zwei Tonnen Hunde- und vier Tonnen Katzenfutter. In den meisten Fällen handele es sich um Markenfutter, das kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehe. „Das Futter ist darüber hinaus aber viel länger haltbar“, weiß Nicola Kohoutek.

Aber: „Es gibt genug Bedürftigkeit hier in der Region, weswegen wir den Tieren hier helfen möchten“, so die Tierschützerin. Ausgegeben werden soll das Futter zunächst auf dem Hof. „Wir wissen aber, dass viele Bedürftige nicht mobil sind.“ Deswegen könnten sie sich auch vorstellen, mit anderen Vereinen oder Helfern zu kooperieren. Auch eine mobile Ausgabe sei je nach Bedarf denkbar, so Nicola Kohoutek.

„Der Plan wäre, einen Ausgabetermin pro Monat anzubieten“, sagt Kohoutek. Doch noch ist dies Zukunftsmusik. Denn zunächst müsse der Bedarf ermittelt werden: Dafür möchte der Verein vorab feststellen, wie viele Bedürftige Futter für ihre Haustiere benötigen. Betroffene sollen sich zunächst per E-Mail beim Tierschutzverein (info@federnundpfoten.com) melden. Gleichzeitig müsse die Bedürftigkeit nachgewiesen werden, zum Beispiel durch den Renten- oder Bürgergeldbescheid. Ohne diese Prüfung gehe es nicht, „das müssen wir machen.“ In der ersten Zeit könnten daher nur individuelle Abholtermine vereinbart werden. Später sollen fixe Ausgabetermine festgelegt werden.

In Trostberg gibt es eine Tiertafel. Seit acht Jahren geben die Helfer dort einmal im Monat Futter aus. „Der Bedarf ist wechselhaft“, sagt Ulrike Bergmann-Fritz, Leiterin der Trostberger Tafel, auf Nachfrage des OVB. So kämen in manchen Monaten 30 Tierbesitzer wegen einer Futterspende, in anderen Monaten nur fünf.

Tiertafel braucht neben Futter auch Geld

Neben den Futterspenden sind die Kohouteks und die neue Tiertafel aber auch auf private Futter- und Geldspenden angewiesen. „Die Spenden kommen dann der Tafel und nicht dem Gnadenhof zugute. Da unterscheiden wir streng“, verspricht die Tierschützerin.

Erste Tiertafel in Bayern kam2008

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