Ein Leben für den Rennsport

von Redaktion

Motorrad-Legende Christoph Betzl aus Rott blickt in einem Buch auf seine Karriere zurück

Rott – Christoph Betzl (77), einer der weltbesten Motorrad-Bahnsportler der 1970 er- und 80er-Jahre aus Rott, ist unter die Buchautoren gegangen. „125 Jahre Firma Betzl, Rott am Inn – Geschichte und Geschichten“ heißt sein Werk, das jetzt auf den Markt gekommen ist. Es beinhaltet viel Familiäres, viel über seinen Heimatort, viel über das Kfz-Handwerk und seine Werkstatt. Aber natürlich auch alles über seine großartige Karriere auf der 400-Meter-Speedway-Bahn, der Grasbahn, auf dem 1000-Meter-Langbahn-Oval und im Eisspeedway. Er hat zwischen 1967 und 1982 über 500 Rennen bestritten und 100 Siege gefeiert.

Ein Vorwort voller
Anerkennung

Das Vorwort lieferte Otto Wiesheu (81). „Christoph Betzl war ein großartiger Sportler als Rennfahrer mit glänzenden Siegen als deutscher Meister mit dem AC Landshut, sowie Goldhelmgewinner und als Teilnehmer bei zwölf Weltmeisterschafts-Finalen. Er hat nationale und internationale Berühmtheit erlangt, war Vize-Weltmeister und ist dabei doch ein einfacher, stets herzlicher und bescheidener Mensch geblieben“, schreibt der ehemalige Bayerische Wirtschaftsminister.

Und weiter heißt es: „Was ganz besonders wichtig ist: Die Familie stand bei den drei Generationen Betzl immer im Mittelpunkt. Und die Familie war zusammengehalten durch einen tiefen christlichen Glauben, der bis heute praktiziert wird und das Familienleben prägt.“ Abschließend schreibt Wiesheu, selbst großer Motorsportfan: „Das ist eine Lektüre, die Mut macht und in der heutigen so schnelllebigen Zeit besonders wertvoll ist.“

Die Idee zu dem Buch entstand, da Christoph Betzl in Gesprächen immer wieder den Satz hörte: „Ich könnte ein Buch darüber schreiben, was ich alles erlebt habe.“ Dies gelte auch für ihn, so begann er eines Tages damit, Daten zu sammeln, alte Geschichten zu sortieren, in Archiven zu stöbern und Ahnenforschung zu betreiben.

Gleichzeitig schrieb er eigene Erlebnisse auf – manchmal nur als Notizen, manchmal schon als ganze Geschichten. Er habe erste Texte dann Freunden und Bekannten gegeben. Die Rückmeldungen hätten ihn überwältigt. Ehemalige Mitstreiter wie Alois Wiesböck oder Hans Wassermann, aber auch Eishockey-Legende Alois Schloder, hätten die Texte spannend gefunden und ihn ermutigt, weiterzumachen. Und Betzl schreibt auch: „Von Herzen widme ich dieses Buch meinen Kindern, Enkelkindern und allen, die an unsere Familie geglaubt haben.“

In einem Rückblick schreibt der 77-Jährige, dass er immer Respekt vor Sportlern gehabt habe, die alles daran setzten, um zu gewinnen. Er nannte hier Egon Müller, den dreifachen Sandbahn- und Speedway-Weltmeister, aber auch Alois Wiesböck, Karl Maier und Georg Hack. Auch beim Skisport – Betzl startete als Jugendlicher mit dem Skispringen – seien es Georg Thoma, Franz Keller oder Sepp Ferstl gewesen. „Sie waren allesamt extrem ehrgeizig, fleißig, ausdauernd, belastbar, zielorientiert und risikobereit. Aber wenn es sein musste, dann kannten sie auch ihre Grenzen“, heißt es im Buch, in dem seine Ehefrau Helene auch ein eigenes Kapitel einnimmt. Am Samstag, 23. Oktober 1982 hatte er sie geheiratet, ein Jahr später kam Stammhalter Christoph zur Welt.

Spannende Anekdoten
aus der Rennfahrerzeit

Seine sportlichen Kapitel titelte Betzl immer spannend. So heißt es bei einem seiner drei Russland-Besuche zum Eisspeedway „Politik nix gut – Sport viel besser“, oder bei den Eisrennen „Kontinentalfinale in Leningrad mit Festbankett im Hotel Sputnik“ oder bei der Speedway-WM 1979 „Sturzfestival“. Betzl beschreibt dazu die Qualifikation in Pocking mit dem Kontinentalfinale bei schlimmstem Regenwetter: Beim ersten Lauf stürzten alle vier Fahrer, beim Wiederholungslauf stürzten wieder drei, erst nach dem dritten Start klappte es. Im zweiten Lauf gab es wieder einen Crash in der ersten Kurve. Betzl sei aber bestens durchgekommen, sei zu Lauf drei ausgelost worden, gewann vier von fünf Rennen und war am Ende Tagessieger. So ging es zum Weltfinale nach Chorzow in Polen, wo das Stadion mit 100.000 Zuschauern ausverkauft war.

Auf den letzten 20 Seiten seines Buches hat Christoph Betzl viele Presseberichte gesammelt, allesamt aus dem OVB, mit Titeln wie „Der große Tag des Christoph Betzl“ oder „Betzl und Angermüller in Hochform“ oder „Christoph Betzl groß in Form“ oder „Ein Festzug für den Vizeweltmeister“ und „Speedway-Gala beim Betzl-Abschied“. Das Buch ist im Dinter-Buchverlag erschienen.

Artikel 1 von 11