Neubeuern – Von genossenschaftlichem Wohnungsbau über Hochwasserschutz bis hin zu Digitalisierung und Verkehrsproblemen: Bei der Bürgerversammlung informierte Bürgermeister Christoph Schneider über aktuelle Projekte, finanzielle Herausforderungen und kommende Entwicklungen.
Mittlerweile finden gemeindliche Veranstaltungen routinemäßig in der großen Halle des neuen Rathauses statt. Auch die Bürgerversammlung konnte dort technisch und organisatorisch bestens durchgeführt werden.
„Jugend in Arbeit“
sucht neue Paten
Zu Beginn stellte Sozialpädagogin Kerstin Stock das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ vor. Da mehrere langjährige Patinnen und Paten ausgeschieden sind, werden dringend neue Ehrenamtliche gesucht.
Viele Themen wurden in lockerer Gesprächsform gemeinsam mit Fachbereichsleitern präsentiert. Bürgermeister Christoph Schneider berichtete dabei vom Spatenstich für die genossenschaftliche Wohnanlage an der Rosenheimer Straße. Martin Hintermayr von der GWG Wasserburg erläuterte das Konzept des genossenschaftlichen Wohnens. Für 2027 ist eine Informationsveranstaltung geplant. Bei der Vergabe der Wohnungen soll der Ortsbezug eine wichtige Rolle spielen. Der Einzug ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 vorgesehen.
Christine Bayer, Leiterin des Fachbereichs I, berichtete von 264 Zuzügen und 284 Wegzügen im vergangenen Jahr. Die Gemeinde zählt derzeit 4343 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Zudem gab es 39 Geburten, 50 Sterbefälle und 52 Eheschließungen.
Groß ist das Interesse am neuen Friedhofsteil in Altenbeuern mit Bestattungsmöglichkeiten am Baum, im Rosengarten, in der Wiese und am Wasser. Wegen wiederholter Beschwerden wies Bayer darauf hin, dass auf dem gesamten Friedhofsgelände Hunde verboten sind.
Ausgebaut wurden außerdem die Beratungsangebote für Senioren und Pflegebedürftige. Gleichzeitig bleibt die Kinderbetreuung der größte Defizitposten im kommunalen Haushalt. Gründe sind gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie zusätzliche Gruppen im Pfarrkindergarten. Deshalb wurden die Gebühren angepasst.
Weiterhin ein großes Thema bleibt der Ausweichverkehr von der Autobahn. Die Gemeinde fordert eine bessere Durchsetzung der Durchfahrtsverbote sowie deren Einbindung in Navigationssysteme. Die Generalsanierung der Ortsdurchfahrt ist ab 2027 geplant. Dazu soll es eine eigene Bürgerversammlung geben.
Christian Loferer aus dem Fachbereich Finanzen bezeichnete den Haushalt 2026 als geordnet und ausgeglichen. Investiert werde vor allem in Pflichtaufgaben, da die Verschuldung hoch und kaum Rücklagen vorhanden seien. Hoffnung setzt die Gemeinde auf die Entwicklung des Gewerbegebiets und geringeren Druck bei Großprojekten.
„hermine“ arbeitet für
kleinere Kommunen
Die Verwaltung treibt außerdem die Digitalisierung weiter voran. Rechnungsbearbeitung und Anordnungswesen laufen inzwischen vollständig digital. Gemeinsam mit der Firma Zauberware aus Prien soll 2026 zudem die KI-Anwendung „hermine.ai“ eingeführt werden, die speziell für kleinere Kommunen entwickelt wurde.
Über laufende Bauprojekte informierten Mitarbeiter des Bauamtes. Dazu gehören der Umbau des Auerhofs, die Baustelle an der Auerstraße, das Wohnbauprojekt an der Rosenheimer Straße sowie Hochwasserschutzmaßnahmen am Sailerbach und Hepfengraben. Auch im Straßenbau besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Geplant ist, künftig jährlich zwei Straßen grundlegend zu erneuern.
Bürgerbriefe gingen im vergangenen Jahr unter anderem an Gundula Langer-Kochinke für ihr Engagement bei der Beerdigungsmusik sowie an die „Klageweiber“. Die Anliegen aus den Bürgeranfragen sollen vom neuen Gemeinderat in den kommenden Sitzungen behandelt werden.