Herausforderungen für alle Beteiligten

von Redaktion

FOS/BOS-Schulleiter Gerhart Zimmermann vor dem Neubau zwischen Respekt und Vorfreude

Wasserburg – Die Zeit hat sich gewandelt, die Stunde der Modernisierung schlägt: Obwohl er sich auf die Bauphase freut, schwingen Respekt und eine gewisse Nervosität bei Schulleiter Gerhart Zimmermann mit, wenn er an die baldige Baustelle denkt.

„Eine Großbaustelle mit Lärm, Staub und Schwerlastverkehr in unmittelbarer Nähe bringt immer Herausforderungen mit sich – für alle Beteiligten. Da müssen alle an einem Strang ziehen. Bis der Neubau bezogen werden kann, richten wir uns nach den jeweiligen Gegebenheiten und versuchen, mit einer Portion Gelassenheit an die Sache ranzugehen. Die Interimslösung ist eine tolle Sache, um Baustelle und Schulbetrieb über die kommenden vier Jahre der Bauzeit zu trennen.“

Ausweichquartier
in Gewerbehalle

So werden Teile der Berufsschulzweige (Kfz-Mechatronik und Modellbau) sowie der praktischen Ausbildung der FOS/BOS für die Bauzeit in eine Gewerbehalle an der Ecke Priener Straße/Dirnecker Straße ausgelagert, während der restliche Schulbetrieb am Standort in der Ponschabaustraße bestehen bleibt.

Zimmermann ist seit 2024 Schulleiter in Wasserburg und zuversichtlich, dass der Shuttle-Betrieb mit Bussen zwischen dem Hauptstandort und der Zweigstelle klappen wird und somit die Park- und Verkehrssituation im dicht besiedelten Burgerfeld entzerren kann. Das Parken wird seiner Meinung nach die größte Veränderung für die Schüler darstellen. Die ÖPNV-Verbindung zur Ponschabaustraße bleibt bestehen.

In der jüngsten Bauausschusssitzung stellte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann erste Details zum 72 Millionen schweren Bauprojekt vor. Die Farbgestaltung der Fassade solle demzufolge „freundlicher“ und „heller“ gehalten werden als es beim direkt angrenzenden Gebäude der BOS der Fall ist. Deren in düsterem Schwarz gehaltene Fassade wird häufig kritisiert, obwohl dunklere Gebäude aus architektonischer Sicht gern als Argument zählen, in der umliegenden Bebauung weniger „wuchtig“ zu wirken.

Der barrierefreie Neubau des Berufsschulzentrums folge dem Gedanken eines zusammenhängenden Campus, ergänzt Sibylle Gaßner-Nickl im Namen des Rosenheimer Landratsamts: „Im Zentrum entsteht ein geschützter Innenhof, der als Treffpunkt, Kommunikationszone und verbindendes Herzstück zwischen Berufsschule und geplanter FOS/BOS dient. Die zurückhaltende Baumasse zur Flussseite hin vermeidet eine Barrierewirkung zum Inn und ermöglicht attraktive Blickbezüge zum Wasser. Der zentrale Pausenhof dient als kommunikatives Herz des Campus. Ergänzend bieten die Dachterrassen flexible Flächen für Pausen, Veranstaltungen oder Unterricht im Freien.“

Wenn alles klappt, könnte der Umzug in das Interimsgebäude in den Sommerferien erfolgen. Im Anschluss würde es direkt mit Abriss und Neubau losgehen.

Ohne einen konkreten Bereich herausgreifen zu wollen, freut sich Schulleiter Zimmermann auf den kompletten Bau – von den Werkstätten über die EDV-Räume und die Mensa bis zu den modernen Chemie- und Physiksälen. In seinen Augen könne die Schule durch den Neubau nur an Attraktivität gewinnen und sich so positiv auf die Schulstadt Wasserburg auswirken.

Einzugsgebiet über
den Altlandkreis hinaus

Schließlich zähle es dann zu einem der modernsten Zentren in der Region, wenn FOS/BOS mit der Berufs- und Fachschule final vereint sind. Der Ruf und das Einzugsgebiet der Schule gehen über den Altlandkreis hinaus in den nördlichen Landkreis Rosenheim, den südlichen Landkreis Ebersberg und den westlichen Bereich Mühldorfs.

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