Wald und Wild gehören zusammen, „aber die Menge macht’s“

von Redaktion

Teilnehmer der Hegeschau der Jägervereinigung Rosenheim in Brannenburg setzen auf Zusammenarbeit

Brannenburg – „Wald und Wild sind kein Gegensatz, sondern gehören zusammen“, so der Landtagsabgeordnete Sepp Lausch bei der Hegeschau der „Jägervereinigung Rosenheim“ in der Brannenburger Wendelsteinhalle, „aber die Menge macht’s. Und wenn der Zustand des Walds nicht mehr passt, dann muss man reagieren.“ Dies sieht auch Landrat Otto Lederer so: „Die Jagd ist notwendig, um die Wildbestände zu regulieren.“

Lausch betont die Eigenverantwortung der Jäger. So sieht er etwa in der bei Jägern umstrittenen Verlängerung der Jagdzeit kein Problem: „Es muss keiner ab 16.April auf die Jagd gehen – er kann.“

Sein Kollege Sebastian Friesinger griff ein gesamtgesellschaftliches Thema auf, die Ausbreitung des Wolfs. Wichtig sei, dass die Befürworter und die Gegner des Wolfs miteinander reden, denn „wenn wir nicht mehr diskutieren, dann ist das eine Gefahr für die Demokratie“.

Jakob Hündl, der Vorsitzende der Jägervereinigung, ist eindeutig ein Gegner von Wolf und Bär: Das Voralpenland sei keine Natur-, sondern eine Kulturlandschaft, „da hat der Wolf nichts verloren“. Auch der Bär gehöre nicht hierher. Den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Jagd lehnt er ab: „Das brauchen wir nicht.“ Auch das Verbiss-Gutachten lehnt er ab: „Wir brauchen das nicht, es kostet nur Geld, das anderswo besser eingesetzt werden könnte.“

Hündl fordert, dass alle Beteiligten miteinander reden, um Konflikte zu vermeiden. Zum Besuch der Wildbiologin Dr. Christine Miller, die die ausgestellten Trophäen inspizierte, meint er: „Die Christl Miller ist halt sehr kritisch, und es ist auch gut, wenn jemand kritisch ist.“

Kritische Worte kamen auch von Dr. Ernst Andiel. Laut dem Leiter des Staatlichen Veterinäramts Rosenheim stellen Tierseuchen weiterhin eine Gefahr für Menschen dar. So sterben weltweit jedes Jahr etwa 60.000 Menschen an Tollwut. Zwar gebe es derzeit in Deutschland keine Fälle von Tollwut, und die afrikanische Schweinepest sei heuer in Bayern nicht aufgetreten, Vorsicht bei Seuchen sei aber weiterhin geboten. So müsse etwa die vorgeschriebene Untersuchung des erlegten Rotwilds auf TBC-Erkrankung unbedingt eingehalten werden.

Erlegt wurden in den beiden Hegegemeinschaften Inntal und Rosenheim in der vergangenen Jagdsaison 283 Stück Rotwild, 131 Stück Gamswild, zwei Stück Schwarzwild, 1.300 Stück Rehwild, 35 Hasen, 563 Füchse, 13 Baummarder, 87 Steinmarder, ein Fischotter, 20 Iltisse, 13 Hermeline, sechs Mauswiesel, 212 Dachse, zwei Sumpfbiber, drei Fasane, 187 Ringeltauben, 30 Türkentauben, vier Waldschnepfen, neun Höckerschwäne, 48 Graureiher, 83 Graugänse, 14 Nilgänse, 306 Stockenten, 19 Krickenten, sieben Lachmöwen, zwei Silbermöwen, 69 Elstern, 27 Eichelhäher und 1.056 Rabenkrähen.

Als nächste wichtige Termine für Jäger nannte Hündl das Tontaubenschießen am 20. Juni und die Jahresversammlung am 1. Oktober. Zudem findet jeden ersten Mittwoch im Monat ein Übungsschießen statt Alfred Schubert

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