Riedering – Dem Komposthaufen der Gärtnerei Pummerer sieht man nicht mehr an, dass er mal Biomüll war. Aus Gartenabfällen, Gemüse und Pflanzen ist mit der Zeit Erde geworden. Für Matthias Pummerer, der die Gärtnerei gemeinsam mit seinen Eltern betreibt, ist der Kompost allerdings mehr als das: der perfekte, kostenlose Dünger, das Gold des Gärtners sozusagen.
Die Naturland-Gärtnerei liegt am Ortsausgang von Tinning bei Riedering. Seit 1986 wird sie von der Familie Pummerer geführt. „Alle Pflanzen, die hier wachsen, sind in unserem Kompost groß geworden“, erzählt Gärtnermeister Matthias Pummerer. Der Kompost sei die Grundlage für alles, was die Familie in der Gärtnerei mache.
Ein Komposthaufen
funktioniert ganz einfach
Ein Komposthaufen funktioniert im Prinzip ganz einfach. „Man schichtet organische Masse auf und diese wird dann von Mikroorganismen und Bodentieren in Humus und Komposterde umgewandelt“, erklärt der 38-Jährige. Die Kompostierung geht flott: Innerhalb von sechs Wochen sei das Material an und für sich kompostiert. Die Pummerers bauen den Komposthaufen dennoch ein Jahr lang auf und lassen ihn dann noch etwas reifen.
Auf dem Kompost landet sämtliche organische Masse: „Küchenabfälle, Grasschnitt, Laub, alles, was im Garten so anfällt“, sagt Pummerer. Fehl am Platz sind auf dem Kompost allerdings gekochte Speisen – die könnten im schlimmsten Fall Ratten anlocken. Pappkartons seien wiederum möglich – in Maßen. Ansonsten braucht der Kompost wenig Pflege. „In erster Linie liegt er da“, sagt Pummerer. Man müsse nur schauen, dass er sauber aufgebaut ist und die Feuchtigkeit stimmt. „Kompost darf nicht zu nass und nicht zu trocken sein“, erklärt er. Grasschnitt etwa sollte nicht vom Rasenmäher direkt auf den Haufen wandern, sondern erst einmal angetrocknet werden. Direkt in der Sonne darf der Komposthaufen auch nicht liegen. Hier hilft ein sogenanntes Kompostvlies, mit dem der Haufen abgedeckt wird. Kompost kann faulig werden. Dann stinkt er und ist matschig. Retten könne man ihn, indem man die Masse ausbreite und trockenes Material dazumische.
Ein weiteres mögliches Problem sind Schnecken. „Man kann natürlich nicht ausschließen, dass sich Schneckeneier im Kompost befinden“, sagt Pummerer. Es sei aber nicht so, dass sie sich im Kompost unverhältnismäßig vermehren. Aufpassen müsse man allerdings bei samenbürtigen Unkräutern. In einer Kompostieranlage wird der Kompost erhitzt, die Samen sterben deshalb ab. „Im eigenen Garten ist das nicht der Fall.“ Pummerer greift sich eine Handvoll Humus vom fertig gereiften Komposthaufen. „Der riecht dann auch gut“, sagt der Gärtnermeister. In der Erde ringeln sich mehrere kleine sogenannte Kompostwürmer. Sie helfen, die Abfälle umzuwandeln. Haben die Würmer und die anderen Lebewesen ihre Arbeit getan, wird der Kompost direkt in der Gärtnerei weiterverwertet. „Wir verwenden ihn als Dünger oder Erde“, sagt Pummerer. Bei Letzterem geben sie noch Kokosfasern und Torf hinzu. In dieser Erde können sie nun Jungpflanzen ziehen.
Aber auch für den Hobbygärtner bietet sich ein Komposthaufen Pummerer zufolge an. „Wer einen Garten hat, hat auch Gartenabfälle. Und die müssen irgendwo hin“, betont er. Bevor sie auf dem Wertstoffhof abgegeben werden, kann man damit zu Hause seinen eigenen, kostenlosen Dünger herstellen und gleichzeitig Abfälle sinnvoll verwerten.
Das ist eine gute Sache, findet auch Anna Angermaier, ebenfalls Gärtnermeisterin und Inhaberin der Gärtnerei Angermaier in Bad Feilnbach: „Wer in seinem Garten etwas anpflanzen möchte, braucht einen Komposthaufen“, sagt Angermaier. Den könne man in jeder beliebigen Ecke des Grundstücks anlegen. Der Humus, der bei der Zersetzung der Materialien entstehe, sei der beste Dünger. „Man muss also nicht unbedingt etwas Teures für seine Pflanzen kaufen“, betont die Gärtnerin.
Für den ersten eigenen Komposthaufen, ist kein spezieller Behälter erforderlich. „Wer Platz hat, kann einfach einen Haufen machen“, erklärt Matthias Pummerer. Wichtig sei dabei der schichtweise Aufbau: zum Beispiel zuerst die Gartenabfälle, dann Laub, Grasschnitt und zu guter Letzt Küchenreste. Die Mischung aus strohigem und feinem Material macht’s.
Kompostbeschleuniger
für den Anfang
Für den Anfang könne zudem Kompostbeschleuniger eingebracht werden. „Er enthält letztlich die Mikroorganismen, die normalerweise schon im Boden leben“, erklärt Pummerer. Mithilfe des Beschleunigers reift der Kompost vermutlich ein wenig schneller – und man kann schon bald sein eigenes „Gärtnergold“, wie es Pummerers Vater nennt, im Beet verteilen.
Das war der zweite Teil unserer mehrteiligen Serie „Beet-Geschichten“, in der es um den eigenen Garten oder Balkon geht. Der nächste Artikel thematisiert, welche Pflanzen man im Beet und welche auf dem Balkon ziehen kann. Darüber haben wir mit Markus Böck von Blumen Böck in Raubling gesprochen.