Bayerisch-amerikanisches Schülertreffen nach 60 Jahren

von Redaktion

Edi Kreil und Josef Irob laufen sich im Wildenwarter Festzelt von Landjugend und Feuerwehr zufällig über den Weg

Frasdorf/Lake Placid – Da staunten die über 75 Jahre alten Josef Irob aus dem oberbayerischen Prutdorf und Edi Kreil aus dem amerikanischen Lake Placid nicht schlecht, als sie sich nach über 60 Jahren erstmals wieder trafen. Gemeinsam gingen sie in die damals dreiklassige und acht Jahre dauernde Wildenwarter Schule, doch dann trennten sich ihre Wege.

Während Sepp Irob der Chiemgauer Heimat treu blieb und bis heute mit seiner Familie ein Lebensmittelgeschäft im heutigen Priener Ortsteil Prutdorf betreibt, hat es Edi Kreil in die weite Welt verschlagen. Über seinen Weg weit weg von Wildenwart erzählte er am Abschlussabend im Festzelt von Feuerwehr und Landjugend beim zufälligen Zusammentreffen.

„Aufgewachsen bin ich als Sohn von Therese Wöhrer und Wendelin Kreil im Königlichen Waschhaus von Rainermühle. Meine besten Freunde waren die Zwillinge Karl und Hermann, die Hamberger-Buam vom Nachbardorf Vachendorf. Mit ihnen begann ich auch Musik zu machen“, so beginnt Edi und erklärt zu seinem Musik-Trio, dass dieses als die Gruppe „Comets“ erste Auftritte im Priener Lokal „Muggi“ hatte, als dort die Stammgruppe „Jupiter“ ihren freien Tag hatte.

Drei Jahre lang war die Musik der Beruf, unter anderem eineinhalb Jahre in der Schweiz – ehe die Bundeswehr rief. „Von Brannenburg kam ich in den Ski-Zug nach Sonthofen und hatte eine gute Zeit in der dortigen Sportschule. Nach einem Kontakt zu meinem Cousin Peter Kreil, der bereits in Kanada war, folgte ich seinem Rat, nach Amerika zu kommen und einen Job als Skilehrer anzunehmen“. Dies geschah dann 1971 im Alter von 22 Jahren. Er nahm die Aufgabe als Ski-Schul-Direktor im späteren Olympiaort Lake Placid an. Für die Sommermonate fand er dann noch eine Anstellung als Golf-Lehrer.

Eine besondere Begegnung bleibt Edi Kreil in Lake Placid noch in Erinnerung: Bei einem internationalen Wettkampf lernte er den Priener Klaus Kotter, den Präsidenten des Internationalen Bob-Verbandes kennen. Als dieser merkte, dass Edi einen bayerischen Akzent spricht, fragte er ihn, wo er denn genau herkomme. „Klaus konnte es nicht fassen, als ich ihm Vachendorf bei Prien sagte“.

So oft es Edi Kreil möglich ist, besucht er seine Verwandten und Freunde im Chiemgau. Der jüngste Besuch beim Fest in Wildenwart weckte natürlich besonders viele Erinnerungen und er traf nicht nur Josef Irob, sondern noch weitere Männer, die sich noch an ihn erinnerten. „Vieles hat sich verändert, vieles ist aber geblieben“, sagt Edi Kreil bei seinem Wildenwarter Rundgang und zeigt auf den Hang, der vom „Jager Sepp“ zur Rainermühle führt. „Dort runter waren unsere ersten Skiabfahrten, die waren ganz und gar abenteuerlich, weil wir aufpassen mussten, nicht im Wasser der Prien zu landen“. hö

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