Drohungen statt Informationen

von Redaktion

Geschäftsleute und Anwohner der Kieferer Ortsdurchfahrt sind frustriert wegen Straßensperrung

Kiefersfelden – Auf Unmut, Frustration und Unverständnis bei Anwohnern und Geschäftstreibenden stößt die Vorgehensweise der zuständigen Behörden anlässlich der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt Kiefersfelden mit der teilweisen Vollsperrung der Staatsstraße 2089 von Montag, 11. Mai, bis voraussichtlich Freitag, 20. November (wir haben darüber berichtet).

Die Situation vor Ort schildert mit einer gewissen Portion Galgenhumor Andrea Zandron, die Inhaberin des Friseurstudios Zandron, direkt an der Staatsgrenze zu Österreich gelegen. Sie hat „etwa vor 14 Tagen von dem Bauvorhaben erfahren. Aber nur weil ich wissen wollte, was dann auch mit meinem Geschäft passiert.“

Mehrere Telefonate
ohne echtes Ergebnis

In mehreren Telefonaten sowohl mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim als auch mit der Gemeinde Kiefersfelden erhielt sie „verschiedene Auskünfte, aber keine schriftliche und genaue Information“. Erst jetzt, am Mittwoch, bekam sie von einem Mitarbeiter der ausführenden Baufirma eine „Anliegerinformation“, aus der hervorgeht, dass „im Zeitraum vom 18. Mai bis voraussichtlich Mitte August“ in dem entsprechenden Bereich „umfangreiche Straßenbauarbeiten auf der Staatsstraße 2089“ durchgeführt werden.

Und weiter heißt es in der Mitteilung: „damit wir die Arbeiten … durchführen können, bitten wir Sie höflich, ihre Fahrten mit dem Auto nach Möglichkeit jeweils werktags vor Arbeitsbeginn (7 Uhr) beziehungsweise nach Arbeitsende (17 Uhr) zu tätigen und untertags auf ein Minimum zu beschränken“. Wie das gehen soll, bei einem durchaus großen Kundenstamm, erschließt sich der Friseurmeisterin nicht. „Ich weiß bisher nur, dass der Straßenbau hier an meinem Geschäft beginnen soll“.

Vor allem „die unterschiedlichen Aussagen haben mich irritiert, denn von absolutem Durchfahrts- bis Parkverbot wurde alles kommuniziert“. Für die Zeit der monatelangen Sperrung fürchtet sie „eklatante Umsatzeinbußen und da habe ich schon angedacht, vermehrt Hausbesuche anzubieten oder mir ein anderes Friseurstudio im Ort zu suchen“.

Auch ihr Gegenüber, Peter Schouten, Besitzer von „Holland Blumenmarkt“, findet es „unverschämt. Ich habe als Unternehmer keinerlei Vorlaufzeit gehabt, um mich auf die Straßensperrung einzustellen“. Er steht „mit dem Rücken zur Wand und ich weiß nicht, was ich machen soll“. Er ist ja, wegen seiner empfindlichen Ware auf kurzzeitige Lieferung und den Verkauf angewiesen, „aber wenn keine Ware angeliefert werden kann, dann muss ich zumachen“.

Und es kam sogar noch schlimmer, denn auf seine Frage an den Mitarbeiter der Baufirma, „wo ich mit meiner verderblichen Ware bis kommenden Montag (Baubeginn) hin soll, entgegnete dieser lapidar, dass ich die Ware halt einfach verkaufen soll. Ansonsten“, und dann die Drohung, „müsste ich gegebenenfalls sogar mit Regressforderungen seitens der Baufirma rechnen“, wenn mein Geschäftsbereich nicht vollständig geräumt ist.“

Keine Informationen
ohne ständige Nachfrage

Aus all diesen Worten sprechen Resignation und Enttäuschung. Vor allem die fehlende Kommunikation und Information durch die zuständigen Behörden wie das staatliche Bauamt Rosenheim oder die Gemeinde Kiefersfelden werden angeprangert, „denn wenn“, so die Betroffenen unisono, „wir uns nicht selbst erkundigt hätten, würden wir nahezu komplett ahnungslos über das Ausmaß der Bauarbeiten und der Sperrungen sein“. Auch der Versuch des OVB, den zuständigen Abteilungsleiter beim staatlichen Bauamt Rosenheim zu kontaktieren, scheiterte trotz mehrerer Versuche.

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