Prien/Rohrdorf/Ternopil – Fünf Männer aus dem Chiemgau haben der Erzdiözese Ternopil im Westen der Ukraine ein Behinderten-Transportfahrzeug übergeben. Zwischen dem Chiemgauer Helferkreis und der Diözese besteht seit rund 30 Jahren eine enge Partnerschaft, die seit Kriegsbeginn nochmals intensiviert wurde.
Mit einem Rollstuhlbus des BRK-Kreisverbandes Rosenheim und einem Leih-Sprinter machten sich Johannes Dreikorn, Joseph Stephan, Thomas Thrul, Carsten Knapp und Henning Bützow auf die rund 1.300 Kilometer lange Reise. Die Fahrzeuge waren unter anderem mit Lebensmitteln, Erwachsenenwindeln und medizinischen Hilfsgütern beladen. Das rund 20 Jahre alte Behindertenfahrzeug hatte der BRK-Kreisverband Rosenheim dem Helferkreis günstig überlassen.
Von einem Grenzübergang
zum nächsten geschickt
Die Fahrt verlief nicht ohne Schwierigkeiten: Bis zur polnisch-ukrainischen Grenze in Korczowa war die Tour zunächst problemlos. Dort begannen allerdings die Schwierigkeiten: Wegen angeblich fehlender Waagen für Fahrzeuge unter 7,5 Tonnen wurden die Helfer zunächst nach Medyka und später weiter nach Kroscienko nahe den Karpaten geschickt. Mehrere Stunden Verzögerung, erneutes Anstehen und lange Diskussionen mit den Grenzbeamten waren die Folge. „Kurz vor Mitternacht konnten alle Pass- und Zollformalitäten erledigt werden und wir durften die Grenze passieren“, berichtet Dreikorn. Wegen der schlechten Straßen und aus Sorge vor möglichen Drohnenangriffen beschlossen die Männer, die Nacht an einer Tankstelle in ihren Fahrzeugen zu verbringen.
In Ternopil wurde die Gruppe unter anderem von Erzbischof Theodor, Bischof Firman sowie Vertretern der Region empfangen. Der Gouverneur der Oblast Ternopil, Taras Pastuch, ist selbst Kriegsverwundeter. Das mitgebrachte Behindertenfahrzeug wurde feierlich geweiht, anschließend wurden die Hilfsgüter in einem Flüchtlingshaus ausgeladen. Danach besuchten die Chiemgauer das Priesterseminar und landwirtschaftliche Betriebe, die mithilfe des Helferkreises die Versorgung sozialer Projekte und der Diözese sichern. Beeindruckt zeigte sich Johannes Dreikorn vor allem vom Zusammenhalt der Menschen vor Ort: „Dass wir persönlich gekommen sind und nicht nur Material geschickt haben, wurde sehr geschätzt.“ Bewegend sei auch die tägliche nationale Schweigeminute gewesen, während der Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger im Gedenken an die Opfer des Krieges innehielten.
Viele Eindrücke
mitgebracht
Nach einem Gottesdienst am frühen Morgen trat die Gruppe schließlich die Heimreise über Lviv und Korczowa an. Trotz erneuter Wartezeiten an der Grenze erreichten die fünf Helfer am nächsten Morgen um 5.30 Uhr wieder ihre Heimat – mit vielen Eindrücken im Gepäck. Dankbar zeigten sich die Beteiligten gegenüber den zahlreichen Unterstützern der Aktion. „Ohne die vielen Spenden für das Fahrzeug, den Treibstoff und die Hilfsgüter wäre diese Fahrt nicht möglich gewesen“, betonte Dreikorn für den Helferkreis. Spenden für die Ukraine-Hilfe sind weiterhin auf das Konto des Helferkreises für die Diözese Ternopil bei der Sparkasse Rosenheim unter dem Kennwort „Spende Ukraine-Hilfe“ möglich.