Eine aufgeschlossene Männergruppe

von Redaktion

Mitte April wurden in Söchtenau 19 Meerschweinchen ausgesetzt und ins Tierheim Ostermünchen gebracht. Ein Großteil der Tiere hat bereits ein neues Zuhause gefunden, vier der Nager werden bald von einer Raublingerin aufgenommen. Die Suche nach dem Täter läuft noch.

Söchtenau/Ostermünchen – Erst hatte Tilman Rieger große Bedenken, ob sich die 19 Meerschweinchen überhaupt vermitteln lassen. Jetzt sind in der Kleintierabteilung des Tierheims Ostermünchen nur noch neun von den gefundenen Tieren übrig. Fünf davon können bald in ihr neues Zuhause ziehen. „Bei der letzten Männergruppe bin ich sehr zuversichtlich. Die wirken sehr aufgeschlossen“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mensch und Tier, die das Tierheim führt.

19 Meerschweinchen in zwei Kartons gefunden

Mitte April wurden in Söchtenau zwei Kartons am Straßenrand gefunden. Darin waren insgesamt 19 Meerschweinchen. „Als sie bei uns ankamen, machten sie aber keinen vernachlässigten Eindruck“, sagt Rieger. Trotzdem waren einige von ihnen mit einem Pilz befallen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Tiere ungefähr einen Monat alt gewesen. Im Nachhinein wurde ihr Geburtsdatum auf den 15. März geschätzt.

Eines der letzten Tiere ist schon älter: Socke. Er ist kastriert und sitzt separiert im Tierheim. Aber nicht mehr lange, wie Rieger sagt, denn bald wird er von seiner neuen Familie abgeholt. So wie bereits zehn andere Meerschweinchen. „Die Mädchen sind alle schon weg“, sagt Rieger. Allgemein seien weibliche Meerschweinchen deutlich leichter zu vermitteln. Damit auch die restlichen Männchen bessere Chancen haben, werden sie bald noch kastriert, so Rieger.

„Wir hatten eine tolle Unterstützung von den Heuwuslern“, sagt der Vorsitzende. Ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Not geratenen Meerschweinchen zu helfen.

Männergruppe auf
dem Weg nach Raubling

Und auch eine Frau aus Raubling, die anonym bleiben möchte, will den Tieren helfen. „Ich habe im OVB gelesen, dass die Tiere gefunden wurden. Da war für mich klar: Ich habe den Platz zu Hause und möchte eine Gruppe aufnehmen“, sagt sie. Aktuell hat die 57-Jährige zwei Kaninchen in ihrem Stall, aber mit Meerschweinchen habe sie auch viel Erfahrung. „Seit 20 Jahren halte ich Kleintiere“, sagt sie.

Dabei mag sie vor allem das Kommunizieren der Meerschweinchen: „Sie bringen Leben in den Stall. Sie erzählen und begrüßen einen mit ihrem Quieken“, sagt sie. Das sieht auch Tilman Rieger in Ostermünchen so. „Die Meerschweinchen sind aufgeweckt und erfinderisch“, sagt er.

Polizei Rosenheim ermittelt weiter gegen Unbekannt

Die übrige Männergruppe hat die Heuraufe an ihre kleine Hütte gezogen. „Die machen quasi Frühstück im Bett“, sagt der Vorsitzende. Insgesamt ist er zufrieden, wie sich die ganze Aktion entwickelt hat. „Die Männchen bleiben jetzt noch hier, bis der Pilz endgültig weg ist“, sagt er. Denn dieser kann sich auch auf Menschen übertragen und das sei nicht angenehm. Danach sind sie offen für ihre Vermittlung.

Wer die 19 Meerschweinchen ausgesetzt hat, ist weiterhin unklar. Zeugen haben sich bei der Polizei bisher keine gemeldet, wie Hauptkommissar Robert Maurer gegenüber dem OVB sagt. Dadurch würden die Ermittlungen weiterhin gegen Unbekannt laufen.

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