Riesenfest zum Jubiläum der Pfraundorfer Wehr

von Redaktion

Mit Böllerschüssen, Pferdekutschen und Festzügen feierte die Feuerwehr in Pfraundorf ihr 150-jähriges Bestehen. Für die neue Bürgermeisterin Franziska Pfaffenhuber war die Schirmherrschaft bei dem Jubiläum eine bewegende Premiere.

Raubling-Pfraundorf – Kein schöneres „Jubiläumsgeschenk“ konnte die Feuerwehr Pfraundorf erhalten als das gemeinsame Fest zum 150-jährigen Bestehen am Festsonntag.

Drei Festzüge, angeführt von den Blasmusikkapellen Großholzhausen, Rohrdorf und „Am Wasen“, sowie 40 Vereine, die meisten davon in blauer Uniform, formierten sich zum Kirchenzug. Anschließend wurde der Feldgottesdienst auf dem „Hoppenbichl“ von Pfarrer Martin Gehringer zelebriert. Er segnete auch drei Fahnenbänder, die an die bestimmten Vereinsfahnen gebunden wurden.

Mit Pferdekutsche
zum Festzelt

„Es berührt mich sehr, gleich zu Beginn meiner Amtszeit die Schirmherrschaft für dieses Fest übernehmen zu dürfen. Umso mehr, weil damit erstmals eine Schirmherrin ein solches Jubiläum begleiten darf“, so die erst wenige Tage im Amt befindliche Bürgermeisterin Franziska Pfaffenhuber. „Die Feuerwehr Pfraundorf steht für Mut, Kameradschaft und echten Zusammenhalt. Sie zeigt, wie stark ein Ort sein kann, wenn Menschen füreinander einstehen“, hob sie in ihren Grußworten hervor. Anschließend setzte sich ein Festzug in Bewegung, in dem die Bürgermeisterin, Pfarrer Gehringer und einige Honoratioren in Pferdekutschen zum Festzelt gefahren wurden, wo die Jubiläumsfeier richtig Schwung aufnahm.

„150 Jahre ist eine Zeit, die unsere menschliche Vorstellungskraft, unser menschliches Leben weitaus übersteigt. Es ist das Werk unserer Vorgänger, das wir weiterführen. Heute, am Festsonntag, schauen wir auf den Herrn aller Zeiten. Wir wollen ihm danken für die guten Jahre, für alles Erfolgreiche in den vergangenen 150 Jahren. Aber ihm auch alles anvertrauen, was kommen mag“, so der Pfarrer beim Festgottesdienst. „Eine Welt ohne Katastrophen, ohne Unfälle, ohne Krankheit, ohne Tod, das wäre sicherlich etwas Wunderbares, etwas, wovon man träumen kann. Aber auf der anderen Seite wissen wir auch: Das ist etwas, was wir nie erreichen werden“, sagte er in seiner Ansprache.

Dem Anlass gebührend übernahmen der Pfraundorfer Kirchenchor und die Musikkapelle Großholzhausen den musikalischen Rahmen. Die Fürbitten, die sich um die Feuerwehren drehten, verlasen Vorstand Albert Berger, Kommandant Stefan Schröttinger und Festleiter Hannes Bauer.

Es gab drei Erinnerungsbänder. Zwei von ihnen widmeten die Patenwehren Aising und Rohrdorf. Das dritte wurde von Pfarrer Gehringer als Pfraundorfer Dank-Band geweiht. Alexa Schröttinger, Karoline Grill und Marlen Hamberger durften sie tragen, ehe sie an die Fahnen geheftet wurden.

Vorstand Berger hatte eine lange Liste an Dankesworten für die Unterstützung und Durchführung des Festgottesdienstes und gab einen Rückblick auf die Geschichte der Feuerwehr Pfraundorf.

„150 Jahre Feuerwehr Pfraundorf – das ist weit mehr als eine Zahl. Es sind 150 Jahre Zusammenhalt. 150 Jahre Verantwortung. 150 Jahre Menschen, die bereit waren und sind, füreinander da zu sein. Wenn man auf 150 Jahre Feuerwehr blickt, dann sieht man nicht nur Fahrzeuge, Einsätze oder Uniformen. Man sieht Generationen von Menschen, die Verantwortung übernommen haben – oft mitten in der Nacht, bei Gefahr, bei Unfällen, bei schweren Stunden für andere“, zollte die Schirmherrin größten Respekt. „Besonders freut es mich, dass sich auch viele junge Menschen engagieren und diese Werte weitertragen.“

„Einfach sche“ war
das Jubiläumsfest

Kreisbrandinspektor Martin Gruber, der von Kreisbrandmeister Franz Aichinger, ehemaliger Pfraundorfer Kommandant, begleitet wurde, überbrachte die Glückwünsche der Kreisbrandinspektion in Vertretung von Kreisbrandrat Richard Schrank. 150 Jahre sei ein Zusammenhalt über Generationen, würdigte er Pfraundorf. Mitten im farbenprächtigen Festzug war auch eine Feuerwehrabordnung mit rund 50 Personen aus Oberpfraundorf, aus der Gegend von Regensburg, froh gestimmt und fahnenschwenkend dabei. Die beiden Wehren sind befreundet. Im Festzelt hatten dann auch noch einige „Gastdirigenten“ ihren Auftritt, wie Pfarrer Gehringer zum „Tölzer Schützenmarsch“ und Bürgermeisterin Pfaffenhuber zu „Dem Land Tirol die Treue“. „Sche war´s, de Jubiläumsfeier, einfach sche“, hörte man immer wieder und unzählige Male natürlich den Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

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