„Nosferatu“ in Sachrang

von Redaktion

Bergsteigerdorf würdigt Werner Herzog zum zweiten Mal mit Open-Air-Kino

Aschau-Sachrang – Das zweite Werner Herzog Open-Air-Kino findet am 19. und 20. Juni im Bergsteigerdorf Sachrang statt. Nach dem erfolgreichen Auftakt letztes Jahr werden die Filme und Bühnengespräche um einen Spaziergang zu „Werner-Herzog-Orten“ in Sachrang mit Lesungen aus dessen Memoiren ergänzt. Ein weiteres Highlight ist die Weltpremiere von „Herzog dahoam“, ein Zusammenschnitt von bisher nicht veröffentlichtem Drehmaterial des Werner-Herzog-Porträts „Radical Dreamer“.

Werner Herzog, einer der angesehensten Regisseure unserer Zeit, verbrachte prägende Jahre seiner Kindheit und Jugend im Bergsteigerdorf Sachrang, damals ein bettelarmes, abgelegenes Nest. Herzog betont immer wieder, dass sein Aufwachsen dort maßgeblichen Einfluss auf seine Entwicklung nahm. Da passt es, dass sich ein paar Sachranger zusammentun, um die Filmkunst des Ausnahme-Regisseurs zu würdigen – und zwar auf ebenso ungewöhnliche Art, wie es auch Herzogs Vita ist: mit einem Open-Air-Kino an einem Skilift.

Neu im Programm ist der an beiden Tagen stattfindende Spaziergang zu „Werner Herzog-Orten“ in Sachrang. Unterwegs wird an symbolträchtigen Plätzen aus Herzogs Memoiren „Jeder für sich und Gott gegen alle“ gelesen. Start ist um 16.30 Uhr am Skilift Kaiserblick – auch wenn die Filme wegen schlechten Wetters in der Priental-Halle gezeigt werden.

Beim Bühnengespräch gegen 19.30 Uhr am Freitag unterhält sich Georg Antretter mit Regisseur Thomas von Steinaecker und Cutter Volker Schaner. Nach Einbruch der Dunkelheit wird „Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner“ gezeigt, ein Dokumentarfilm (1974) über den Schweizer Bildschnitzer und Skispringer Walter Steiner. Es geht die Grenze zwischen menschlicher Faszination fürs Fliegen und der lebensgefährlichen Unmenschlichkeit des Extremsports. Werner Herzog hält diesen für einen seiner wichtigsten Filme. Kein Wunder, versuchte er sich als Kind doch selbst im Skispringen, wollte fliegen und Weltmeister werden. Bis zu einem traumatischen Erlebnis.

Am Samstag findet die Wanderung ebenfalls statt (16.30 Uhr, Skilift Kaiserblick). Die Auszüge aus Herzogs Memoiren liest Hans Steinbichler, ebenfalls preisgekrönter Regisseur mit sehr enger Beziehung zum Priental: Sein Vater war einer der Aktivisten, die sich für das Naturschutzgebiet Geigelstein engagierten. Hans Steinbichler ist auch Moderator der Gesprächsrunde (gegen 19.30 Uhr) mit Lucki Stipeti und Gisela Storch-Pestalozza (Bruder von Werner Herzog, Produzent beziehungsweise Kostümbildnerin).

Als Hauptfilm folgt „Nosferatu – Phantom der Nacht“ (1979; 107 Minuten). In seiner ersten großen Kinoproduktion greift Werner Herzog das Sujet „Graf Dracula“ auf: Jonathan Harker (Bruno Ganz) reist im 19.Jahrhundert von Wismar nach Transsilvanien, um mit Dracula (Klaus Kinski) einen Hausverkauf zu verhandeln.

Sitzgelegenheiten

selber mitbringen

Die Veranstalter weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Besucher sich möglichst eigene Sitzgelegenheiten sowie warme Decken und eventuell einen Regenponcho mitbringen sollten. Der Eintritt ist kostenlos, aber die Veranstalter freuen sich über Spenden zur Deckung der Kosten. Um ungefähr zu wissen, wie viele Besucher kommen, bitten die Veranstalter um eine formlose und nicht verbindliche Anmeldung an info@lebendiges-sachrang.de.

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