Rohrdorf – Dauerregen hatte der Wetterbericht für den gestrigen Donnerstag angedroht, aber am Ende hatte Petrus doch ein Einsehen mit den Jungbauern und ihrem Landwirtschaftsfeldtag. Zwar zogen in der Tat immer wieder Regenschauer durch, aber dafür war ja das Zelt da mit jeder Menge Attraktionen: Musik, Speis und Trank sowieso, aber auch Stände mit kleinem und größerem Kunsthandwerk sowie jede Menge Anlaufstellen für kleine und ganz kleine Gäste. Und weil es doch deutlich mehr Regenpausen gab, konnten auch die Freiluftattraktionen so richtig zur Geltung kommen. Die standen unter dem Motto Landwirtschaft im Wandel und dem konnte man tatsächlich gegenüberstehen. Ein modernes Mähdrescherungetüm etwa, das neben seinem Vorfahr aus den Fünfzigern stand. Im Vergleich zu heute fast schon klein. Aber: Es läuft auch heute noch wie ein Uhrwerk – dass sie das nach gut siebzig Jahren auch noch können, müssen die heutigen Maschinen erst beweisen. Doch es ging in Sachen Getreidedrusch noch weiter zurück. Leibhaftig, weil in Betrieb, war eine mobile Dampfmaschine (links) zu sehen aus dem Jahr 1907. Die trieb über einen Transmissionsriemen eine nicht viel jüngere Dreschmaschine an, die mit echtem Getreidebündeln gefüttert wurde. Auch Grünlandbearbeitung war im Wandel der Zeit zu erleben: Hier war ein aktueller Schlepper im Einsatz, der mit einem Mähwerk mit Auslegern ein komplettes Feld sozusagen binnen Minuten abgraste. Dass dafür einst ein ganzer Arbeitstag vonnöten war, war ebenfalls handgreiflich nachzuvollziehen: Ein Pferdegespann zog eine Mähmaschine, bei dem das gefühlt nur handbreite Mähwerk seine Kraft von den Radumdrehungen bezog. Und man kam sogar noch weiter zurück: Josef Mayer (rechts) zeigte, wie Mähen mit der Sense ging und trat im Vergleich gegen einen Traktor aus den Fünfzigern an. Kurz: Der Donnerstag des Jungbauernschaftjubiläums war ein richtiger Familientag. Fotos und Text Thomae