Oberaudorf – In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden nach der Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder ihre Nachfolger vereidigt. Die neuen Gemeinderäte sind Karolina Astl, Jörg Bertholdt, Josef Fröhler, Josef Gasteiger, Sophia Gstatter, Inga Händlmayer, Martin Pichler, Christian Trattner und Andrea Wögerbauer.
Anschließend wurden die Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt. Der bisherige Zweite Bürgermeister Alois Holzmaier, der als einziger Kandidat für diesen Posten vorgeschlagen wurde, wurde mit 19 von 21 Stimmen gewählt. Für den Dritten Bürgermeister gab es drei Vorschläge. Gewählt wurde Ursula von Redwitz mit elf Stimmen.
Unmittelbar nach der Vereidigung wartete die erste Aufgabe der Amtsperiode auf den neuen Gemeinderat. Laut Bürgermeister Dr.Matthias Bernhardt hat der Gemeinderat bereits eine Kontrolle der Beherbergungsbetriebe beschlossen, nachdem es Auffälligkeiten bei der Zahlung einer verpflichtenden Abgabe an die Gemeinde gegeben hat. Laut Bernhardt dürften der Gemeinde dadurch jedes Jahr „einige tausend Euro im niederen zweistelligen Bereich“ verloren gehen.
Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die „Kommunalen Dienste Oberland“ mit der Kontrolle der Kurbeiträge zu betrauen. Kosten für die Kontrollen, für die pro Monat acht Stunden zu je 30 Euro berechnet werden, sollen der Gemeinde nicht entstehen, da das Unternehmen bereits mit der Verkehrsüberwachung beauftragt ist und die dafür vorgesehene Zeit von 50 Stunden pro Monat um acht Stunden reduziert werden soll. Der Gemeinderat sprach sich gegen eine Stimme dafür aus.
Wie die zu kontrollierenden Unternehmen ausgewählt werden sollen, das wollte ein Mitglied im Gemeinderat wissen. Laut Bernhardt braucht es in der Beherbergungsbranche „60 Prozent Auslastung, dass es läuft“. Wenn also beispielsweise ein Unternehmen zehn Prozent Auslastung melden würde, „während der Parkplatz voll ist und keine Buchungen mehr angenommen werden“, so wäre dies auffällig.
Bei den Kontrollen sollen die Vermieter über die Abgabe an die Gemeinde und die Vorteile der Gästekarte informiert werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass sie Meldungen vergessen haben, sollen sie die Gelegenheit bekommen, „das gerade zu rücken“, so der Bürgermeister.
Mehreinnahmen kann die Gemeinde gut gebrauchen, da nach Einschätzung von Bernhardt die Ausgaben im kommenden Jahr um 300.000 Euro steigen werden. Grund dafür seien unter anderem die Lohnabschlüsse und die steigenden Rohstoffkosten. Er rechne damit, dass sich die Gemeinde daher in der kommenden Amtsperiode des Rats, die bis 2032 dauert, „nicht alles leisten kann“, auch wenn bestimmte Investitionen durchaus sinnvoll wären. Alfred Schubert