Leserforum

Was ist häufiger: Schutt oder Holz?

von Redaktion

Zum Bericht „Am Bad Endorfer Kreisverkehr geht‘s rund“ (Lokalteil):

Die Argumentation des Gemeinderates in Sachen Bauschuttentsorgung ist zu hinterfragen. Die Ausführungen seitens des Rathauses zum Gesundheits- und Arbeitsschutz für Mitarbeitende wie Bürger erschienen mir nachvollziehbar. Auch die genannten Vorteile hinsichtlich Platzgewinn und optimierter Anordnung von Altpapiercontainer und Presse leuchten ein.

Es ergibt sich für mich aber die Frage, weshalb es Bürgern und Mitarbeitern weiterhin zugemutet werden soll, möglicherweise belasteten Schuttstaub einzuatmen, während gleichzeitig erwartet wird, Altholz und nicht Bauschutt nach Rimsting zu fahren. Dort gibt es nämlich unweit des Wertstoffhofs eine Entsorgungsmöglichkeit für Bauschutt. Belastetes Material muss ohnehin fachgerecht entsorgt werden.

Nach Auskunft des Landratsamtes verursacht ein Bauschuttcontainer den Gemeinden im Landkreis regelmäßig Kosten von rund 1.000 Euro pro Leerung; bei Asbestfunden oder Falscheinwürfen können diese auf bis zu 3.000 Euro steigen. Einnahmen aus Alt- und Gartenholz werden zwar ebenfalls weitergegeben, verursachen jedoch keine vergleichbaren Kosten und vor allem Gesundheitsrisiken. Zudem: was fällt für Bürger häufiger an? Bauschutt oder Alt- und Gartenholz?

Der Gemeinderat argumentiert, man wolle den Wald vor Mülltourismus schützen. Als regelmäßiger Waldbesucher fallen mir vor allem die immer gleichen Orte auf, an denen man Reifen, Waschmaschinenteile oder Motorhauben findet. Ich schließe daraus, dass einzelne Waldbesitzer selbst ihr Waldstück als „Graffegruam“ nutzen. Aber danke für diesen Einblick in Ihre Arbeits- und Herangehensweise.

Julia Valentin

Bad Endorf

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