Kommentar

Zeichen setzen? Chance vertan!

von Redaktion

Stephanskirchen – „Da muss ich erst meine Frau fragen“ – so tickt der neue Bürgermeister von… ist eine der Überschriften rund um den Amtsantritt der neuen Bürgermeister nach der Kommunalwahl, die dieser Tage im OVB zu lesen waren. Ein Mann, der öffentlich zugibt, bei wichtigen Entscheidungen zuerst mit seiner Frau zu sprechen. Jener Bürgermeister dürfte da nicht der Einzige sein.

Im Wirtshaus zahlen Frauen mit dem Geldbeutel ihres Ehemannes. Im Bekanntenkreis soll der Spruch, „da muss ich erst meine bessere Hälfte fragen“ öfter mal fallen. Im privaten Bereich scheinen also die Frauen das Sagen zu haben.

In der öffentlichen Wahrnehmung scheint man Frauen diese Führungskompetenz nicht zuzutrauen. Auch in Stephanskirchen ist der geringe Frauenanteil im Gemeinderat ein Thema. Lediglich vier Frauen bringen nun die weibliche Perspektive in die Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinde ein. Wohlgemerkt: Frauen haben eine gute (Aus)Bildung und Fachkompetenz, sie kennen die Spielplätze, Schul- und Kindergartenwege, wissen, was die Familie braucht. Interessierte die Wähler nur mäßig.

Der Gemeinderat hätte bei der konstituierenden Sitzung ein Zeichen für die Frauen setzen können. Bei der Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters standen zwei Männer und zwei Frauen zur Wahl. Das Gremium stimmte mit großer Mehrheit für die männlichen Bewerber.

Wer nun sagt, vielleicht sind die Männer kompetenter: Einer der neuen jungen Männer, dem die Wähler ihr Vertrauen geschenkt haben, forderte, die erste Klausurtagung zur Einführung in die neuen Aufgaben solle verlegt werden. Schließlich fände am selben Tag das Seefest statt.

Da bleibt nur zu sagen: Man muss Prioritäten setzen.

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