Großkarolinenfeld – Die 295-Jahr-Feier war weit mehr als ein Jubiläum. Das gemeinsame Fest der Feuerwehr, des Turn- und Sportvereins sowie des Theatervereins wurde zu einem eindrucksvollen Zeichen für gelebte Vereinskultur, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement. Und ein weiß-blauer, sonniger Himmel bot den entsprechenden Rahmen.
Die Idee, die drei Jubiläen zusammenzuführen, erwies sich als voller Erfolg: Hinter der Zahl 295 stehen nämlich 155 Jahre Feuerwehr, 100 Jahre Turn- und Sportverein sowie 40 Jahre Theaterverein. Gemeinsam stellten die Vereine ein Fest auf die Beine, das Menschen aller Generationen zusammenbrachte. Nach der Rocknacht und der Mallorca-Party bildete der Sonntag den feierlichen Höhepunkt des Festwochenendes. Zahlreiche Besucher kamen zusammen, um die Vereine und ihre lange Tradition in einem würdigen Rahmen zu feiern.
Nach dem Kirchenzug folgte ein – in Großkarolinenfeld selbstverständlich ökumenischer – Gottesdienst. In der „grünen Mitte“ Großkarolinenfelds, ein Begriff, den Altbürgermeister Bernd Fessler kreierte, zwischen den beiden Kirchen, stand ein schön geschmückter Altar. Pastoralassistent Korbinian Olbrich und Pfarrer Dr. Richard Graupner hielten den Gottesdienst, der musikalisch maßgeblich vom katholischen Kirchenchor und der evangelischen Kantorei untermalt wurde. Graupner lobte nach dem Einzug den starken Willen und das Fingerspitzengefühl der drei Vereine zu so einem Fest.
In seiner Festpredigt stellte Graupner heraus, dass die gemeinsame 295-Jahr-Feier zeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen zusammenarbeiten. „Es geht nur gemeinsam“, betonte er. Ein Höhepunkt des Festgottesdienstes war dann die Fahnenweihe. Die Übergabe der Fahnenbänder war dabei ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen den Vereinen und Feuerwehren.
Nachdem alle Anwesenden stimmkräftig „Großer Gott, wir loben dich“ sangen, gab es noch drei Festansprachen. Feuerwehrvorstand Markus Schrank bedankte sich für den würdevollen Gottesdienst: „Es macht einen stolz, so ein Fest auszurichten“. Landrat Otto Lederer blickte ins Historische: 1822 Bau der evangelischen Kirche, 1871 Gründung der Feuerwehr. Gerade die Feuerwehr ist seit 1871 fester Bestandteil des regionalen Sicherheitsgefüges. Kreisbrandrat Richard Schrank ging ebenfalls auf das Gründungsjahr ein, als es zur Alarmierung beim Brand des Wirtshauses noch kein Telefon und keine Feuerwehr gab. Wenig später gründete man die Feuerwehr und zeigte so, dass aus Schlimmem auch Gutes entstehen kann.
Bürgermeister Anton Wallner fasste den wunderschönen Tag in einem Satz zusammen: „Ich bin jetzt 17 Tage im Amt und habe bereits sechs oder sieben Festtage erlebt – das ist ein toller Einstand“. Wallner freute sich über den sehr guten Ausbildungsstand der Feuerwehr, über das anspruchsvolle Sportangebot des TuS und die Kreativität des Theatervereins.
Schirmherr Bernd Fessler freute sich, weil es gut ist, wenn man bei einem Fest nicht gefragt wird, ob man einen Schirm dabei hat. Nun, an diesem Tag war ein Schirm wahrlich nicht erforderlich, so strahlend blau zeigte sich der Himmel über Großkarolinenfeld. Fessler dankte den drei Vereinen für ein super Miteinander und die aktive Organisation. Er freute sich auch über die gelebte ökumenische Gemeinschaft. „Ich bin nach wie vor froh, Teil dieser Gemeinde zu sein“, sagte er.
Mit der Bayern-Hymne endete der Gottesdienst und es folgte ein großer und farbenprächtiger Festumzug durch den Ort. Weit über 30 Fahnen, zwei Kutschen und drei alte Feuerwehrgeräte begleiteten den Umzug, der von vielen Menschen am Straßenrand bejubelt wurde.
Nach dem Festzug waren alle Teilnehmer sichtlich froh, im Festzelt einen kühlen Trunk und eine deftige Brotzeit einnehmen zu können.