Flintsbach – Der Sitzungssaal im Rathaus füllt sich am frühen Dienstagabend zur ersten Zusammenkunft des neu gewählten Gremiums für die Amtsperiode 2026 bis 2032. Viele der Gewählten sind zum ersten Mal dabei.
An der Tür begrüßt Bürgermeister Holger Steiner die Ankommenden per Handschlag persönlich. Der Polizeibeamte und zweifache Familienvater ist kein Neuling: Bereits in der vergangenen Legislaturperiode war er Zweiter Bürgermeister, seit 2016 führt er zudem die Parteifreien Flintsbach, Fischbach (PFFF). Eine Vereidigung ist für ihn nicht erforderlich.
Organisatorischer Start in
die neue Amtszeit
Vielmehr gehört Steiner zu den erfahrenen Kräften, auf deren Routine sich auch die vielen neuen Mitglieder stützen dürften. Für das Gremium markiert der Abend vor allem den organisatorischen Start. Es sind weniger politische Inhalte als vielmehr personelle und strukturelle Entscheidungen, die den Rahmen für die kommenden sechs Jahre setzen.
Zugleich zeigt ein Blick auf die Zusammensetzung des Rates, wie stark sich das Gremium verändert hat: Zehn der Mitglieder sind neu im Amt, sieben bringen bereits Erfahrung aus der vergangenen Legislaturperiode mit. Die Parteifreien stellen mit zehn Sitzen die stärkste Fraktion und verbinden dabei eine Vielzahl neuer Gesichter mit einigen langjährigen Mandatsträgern. Auch bei der CSU hält sich das Verhältnis zwischen neuen und erfahrenen Kräften die Waage, während die SPD seit Mai mit einem neu besetzten Sitz vertreten ist.
Nach der Vereidigung der neu gewählten Mitglieder folgt mit der Wahl des Zweiten Bürgermeisters der erste zentrale Punkt. Vorgeschlagen wird Hans Stocker (PFFF), der seit mehreren Wahlperioden im Gremium sitzt. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 15 der 17 Stimmen entfallen auf ihn. Der Rat setzt auf Kontinuität in einer Phase des Übergangs.
Auch die Möglichkeit, eine weitere Stellvertretung zu bestimmen, nutzt die Gemeinde. Johanna Astner (CSU) wird mit 16 Stimmen bei einer Neinstimme gewählt. Das klare Ergebnis über politische Lager hinweg spricht für einen kooperationsorientierten Beginn der neuen Amtszeit.
Im weiteren Verlauf rückt die künftige Arbeitsweise in den Mittelpunkt. Steiner stellt die Geschäftsordnung vor, die die Abläufe innerhalb des Gremiums festlegt und damit die Grundlage der Zusammenarbeit bildet. Bestätigt wird zugleich die bewährte Struktur der Ausschüsse: Neben dem Rechnungsprüfungsausschuss werden weiterhin der Bau- und Umweltausschuss sowie der Freizeit- und Tourismusausschuss eingesetzt.
In ihnen wird ein Großteil der Detailarbeit vorbereitet, bevor Entscheidungen im Plenum getroffen werden. Noch am selben Abend werden die Ausschüsse sowie zahlreiche Vertretungen der Gemeinde in Verbänden und Interessengemeinschaften besetzt. Auf den Zuhörerplätzen verfolgen einige Bürgerinnen und Bürger das Geschehen, darunter auch Angehörige neu gewählter Mandatsträger. Für viele ist es der erste offizielle Auftritt in einem Amt, das oft unspektakulär wirkt, dessen Entscheidungen vor Ort jedoch direkte Auswirkungen zeigen.
Regularien erledigt,
die Arbeit kann beginnen
Inhaltliche Debatten bleiben in der ersten Sitzung erwartungsgemäß aus. Der Fokus liegt auf Organisation und Zuständigkeiten, darauf, das Gremium arbeitsfähig zu machen. Nach der Abarbeitung der Regularien schließt Steiner den öffentlichen Teil. Der formale Auftakt ist damit abgeschlossen – die politische Arbeit beginnt. re