Stephanskirchen – Das Zelt steht, die Wettervorhersage passt auch: Für die Jungbauern in Stephanskirchen kann es losgehen. Ihr 65-jähriges Vereinsbestehen feiern sie mit einer Festwoche und einem bunten Programm, das für jedermann etwas bereithält. Neben dem „Pflichtprogramm“ wie Bieranstich (heute, Mittwoch, 18 Uhr), Kesselfleischessen, Festzug und dem Weinfest, ohne das praktisch kein Festzeltbetrieb in Bayern auskommt, haben die Jungbauern unter anderem auch einen Comedyabend mit Kabarettist Wolfgang Krebs und einen Familientag mit Oldtimertreffen geplant.
Buntes Programm und
Spaß für Jung und Alt
In den letzten Tagen vor dem Anstich wurde geschraubt, gehämmert und gesägt, und es wurden Biertische aufgebaut. Bereits vor zwei Jahren habe der Vorstand mit der Planung der Festwoche begonnen. 25 bis 30 Vereinsmitglieder seien Teil des Festausschusses und halfen beim Aufbau, berichtet Festleiter Seppi Kloo gegenüber dem OVB. Neben dem klassischen Festzeltbetrieb mit Bar gibt es außerdem eine Kuchenecke, eine Weißbier- und eine Aperolbar sowie den Biergarten hinter dem Zelt.
Das letzte Mal, dass an derselben Stelle zwischen Stephanskirchen und Scheiberloh das Festzelt stand, war im Jahr 2011, erinnern sich Seppi Kloo und Stefan Salminger, Vorsitzender des Vereins. Damals, zum 50. Jubiläum der Jungbauernschaft, waren Kloo und Salminger 19 und elf Jahre alt. „Bei der Planung waren wir damals nicht dabei“, lachen die beiden. Durch ihre Eltern und Geschwister, die damals im Verein aktiv waren, hätten sie aber schon in die Festorganisation reinschnuppern können.
Gelebte Festkultur
für alle Generationen
Mit der Festwoche geht es den Jungbauern weniger um den Rückblick als vielmehr um die gelebte Festkultur: Das Programm soll gezielt unterschiedliche Generationen ansprechen – eine bunte Mischung aus Party, Kultur und familienfreundlichen Angeboten. Gerade der Familientag am 25. Mai spricht gezielt junge Besucher an, während das Oldtimertreffen auch Liebhaber historischer Fahrzeuge anzieht.
Kampfpreise können und
wollen sie nicht bieten
Die Kampfpreise für den unverzichtbaren Gerstensaft, die die Jungbauern aus der Nachbargemeinde Riedering ausgerufen haben, können die Stephanskirchener aber nicht bieten: „Der Preis für eine Mass Bier liegt bei 10,80 Euro“, sagt Salminger. „So bekommt die Bedienung wenigstens noch a bissl Trinkgeld“, ergänzt Kloo. Der finanzielle Aufwand für die Festwoche, insbesondere die Steuern und Sozialabgaben für die Bedienungen sei für den Verein herausfordernd. Zumal der Vorverkauf für den Kabarettabend am 21. Mai schleppend laufe. „Wir sind nicht annähernd ausverkauft“, so der Festleiter.
Zeltpartys ziehen bei
der Jugend nicht mehr
Eine „Zeltparty“, bei der die Biertischgarnituren aus dem Zelt geräumt werden, „zieht nicht mehr“, so die beiden Jungbauern. Deswegen habe man darauf verzichtet. Umso größer sei die Vorfreude auf das Wein- und Bierfest sowie den Festzug am Sonntag. Auch musikalisch ist von Blasmusik der Stephanskirchener und Harthausener Blaskapelle über Austropop mit der Band Auf a Wort bis hin zur Party-Coverband Anzwies Muse einiges geboten.
„Shit happens“ – bei Social
Media auch mal von oben
Bereits vor der Festwoche hatten die Stephanskirchener Jungbauern bei Social Media von sich reden gemacht. Das Video mit dem „Gülle-Cabrio“ – sie ließen sich tatsächlich den Inhalt eines Güllefasses über die Köpfe in ein offenes Cabrio leeren – wurde bei Instagram 3,8 Millionen Mal angesehen. Auch Influencerin Sophia Thiel, selbst Stephanskirchenerin, hat in den sozialen Medien Werbung für das Festzelt gemacht.