Frasdorf – Gefühlt machte ganz Frasdorf mit. Die Flohmarkt-Roas, von der Tourist-Info Frasdorf organisiert, war ein voller Erfolg. Tobias Volke, Leiter der Tourist-Info, konnte vermelden, dass sich über 40 Flohmarkthändler gemeldet hatten.
Deren Hofflohmarktstände bannte er dann gemeinsam mit seiner Kollegin Johanna Schäffer virtuell auf eine Karte, damit auch jeder Kaufwillige wusste, in welchen Straßen, vor und in welchen Garagen und Gärten man fündig werden konnte. Bis hin zur Bäckermühle zogen sich die Verkaufsstände. Ob Geschirr, Schuhe, Modeschmuck, Hüte, Kleidung, Kinderspielzeug, Deko-Material oder Bilder, da konnte, besser gesagt da musste man einfach fündig werden. Der Andrang war gefühlt an allen Ständen riesig.
Rund ums Rathaus hatten sich auch einige „Fieranten“ positioniert. Im Rathaus selbst hatten die AKB, die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern mit Sitz in Gauting, und die Pflegeberatung Hochwarter eigene Tische bekommen. Johannes Hochwarter, der in Frasdorf eine Pflegeberatung betreibt, stand interessierten Bürgerinnen und Bürgern für Fragen zur Verfügung. Viele wüssten nicht einmal, dass einige Leistungen der Pflegeversicherung kostenlos zur Verfügung stehen. Er wolle Pflegebedürftige dabei unterstützen, ein möglichst langes, sicheres und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu führen, warb Hochwarter.
Am Stand der Knochenmarkspende Bayern unterstützte Koordinatorin Katharina Hartlieb einige Feuerwehrleute der drei Ortswehren aus Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart. Eine kurze Registrierung, ein Wangenabstrich und schon war die Sache erledigt. Bürgermeister Daniel Mair hatte angeregt, beim Flohmarkt auch auf die Möglichkeit der Knochenmarkspende hinzuweisen. Er selbst ist schon lange registriert, auch Tourist-Info-Leiter Volke ist dabei.
Ein junger Mann zeigte sich interessiert: „Meine Frau hat das schon gemacht.“ Einer Registrierung stand also nichts im Wege. „Hat auch nicht weh getan,“ meinte er abschließend. „Und es dient einer guten Sache,“ erklärte Hartlieb. Bis zum Alter von 45 Jahren kann man sich registrieren lassen, bis 61 Jahren ist man in der Datenbank als potenzieller Knochenmarkspender registriert.
Weiter zum Foodtruck, der ebenfalls begehrter Anlaufpunkt war. Künftig soll er am Spielplatz stehen und kleine und große Besucher des Spielplatzes mit guten und regionalen Produkten und Getränken verwöhnen. Für Eva-Maria Linner bot der Hofflohmarkt eine gute Gelegenheit, um sich und ihren Bus schon mal vorzustellen. Die Jugendkapelle der Musikkapelle Wildenwart spielte auf, und später trat noch die junge Tanztruppe des Studios „Das Schulz“ aus Aschau auf. An der Grundschule hatte die Bücherei ihre Pforten geöffnet: Nach Sachgruppen geordnet konnte man dort beim Bücherflohmarkt fündig werden.
Und in der Schule selbst lud das Frasdorfer Höhlen- und Dorfmuseum zum Besuch ein. „Heute ist internationaler Museumstag,“ erklärte Rupert Wörndl, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins. Den ganzen Tag werde er da sein. Normalerweise ist das Museum nur am letzten Sonntag im Monat von 16 bis 18 Uhr offen, aber mit einem solchen Besucheransturm habe er nicht gerechnet, gestand er. Allein in der ersten Stunde kamen 25 Besucher, und die waren nicht nur aus der Umgebung, sondern kamen eigens aus der ganzen Region angereist. „Die haben uns sogar aus München angerufen, ob das Museum am Sonntag offen hat,“ berichtet Volke.
Über den Flohmarkt schlendern, vielleicht sich noch bei der Knochenmarkspende registrieren lassen, das Museum besichtigen, der Blaskapelle lauschen, die jungen Tänzer bewundern oder sich einfach treiben lassen und mit Leuten ins Gespräch kommen: Die Frasdorfer FlohmarktRoas machte es möglich. Elisabeth Kirchner