Virtuose Vielfalt und Selbstbewusstsein auf der Schulbühne

von Redaktion

Bei Konzert der Dientzenhofer-Realschule Brannenburg greifen Klassik, Volksmusik und Pop ineinander

Brannenburg – Zwei ausverkaufte Abende, rund 160 junge Musiker – das große Schulkonzert der Dientzenhofer-Schule, der staatlichen Realschule Brannenburg, zeigte eindrucksvoll, wie professionell und lebendig Schulmusik heute sein kann. Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt, und wer eine familiäre Pflichtveranstaltung erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Die Realschule versteht Musik als tragende Säule ihres Schullebens. Praktisches Musizieren wird konsequent mit fundiertem musikalischem Grundwissen verbunden – ein Konzept, das nicht nur Talente fördert, sondern jungen Menschen ein Verständnis für verschiedene Stilrichtungen und Musikepochen vermittelt.

Wie nachhaltig dieses Konzept wirkt, zeigten an diesen beiden Abenden fünf Schuljahrgänge, die eindrucksvoll bewiesen, wie positiv sich gezieltes musikalisches Engagement auf junge Menschen auswirkt. Die Jugendlichen setzten sich und ihr Konzert selbst in Szene: von der souveränen Moderation über Bühnenbau und Lichtgestaltung bis hin zur technischen Begleitung. Es war ihr Konzert.

Musikalisch begann der Abend mit einem ungarischen Tanz von Johannes Brahms, der rhythmische Präzision und feurige Dynamik verlangt. Die jungen Streicher meisterten die abrupten Tempowechsel mit bemerkenswerter Sicherheit und zeigten eine Reife, die man in diesem Alter nicht selbstverständlich erwartet. Ebenso überzeugend erklang Friedrich Seitz‘ „Schüler-Concert Nr. 1“, dessen Dialog zwischen Solistin und Ensemble technische Klarheit und ein feines Gespür für musikalische Linien erforderte.

Die Volksmusikgruppen sorgten dann für heimatliche Klangfarben. Ob „Da Mondscheinige“ oder die „Kupferschmiedpolka“ – die Jugendlichen spielten mit jener Mischung aus Bodenständigkeit und Leichtigkeit, die Volksweisen lebendig hält. Besonders die „Geisterstunden-Polka“ zeigte, wie humorvolle Gestaltung und präzise rhythmische Arbeit zusammenfinden können, ohne ins Folkloristische abzurutschen.

Nach der Pause öffnete sich der musikalische Raum zur Welt der Pop- und Filmmusik. Cynthia Erivos „Stand Up“ verlangte stimmliche Kraft und emotionale Tiefe – beides war eindrucksvoll vorhanden. Noch anspruchsvoller war „Bring Me To Life“ von Evanescence, das die Kombination aus Rock-Energie und klarem Chorgesang fordert.

Ein stiller Höhepunkt folgte mit John Williams‘ „Schindler’s List“. Die melancholische Melodie wurde mit feinem Gespür für Klangfarben gestaltet – ein Moment, der zeigte, dass musikalische Reife nicht vom Alter abhängt, sondern von Hingabe und Konzentration.

Zum Finale vereinten sich Bigband, Schulchor und Technik-Crew zu einem energiegeladenen Abschluss mit „Fly Away“ und „Summer of 69“. Die präzise abgestimmte Licht- und Tonregie verlieh den Songs eine Bühnenwirkung, die das Publikum zu langen stehenden Ovationen bewegte.

Das Engagement der Schulleitung und der Musiklehrkräfte war in jedem Detail spürbar. Sie haben gemeinsam mit ihren Schülern ein Programm geschaffen, das Klassik, Volksmusik und Pop nicht gegeneinanderstellt, sondern als Facetten eines gemeinsamen musikalischen Lernwegs begreift. So wurde das Schulkonzert zu einem Fest der Vielfalt – und zu einem eindrucksvollen Beweis dafür, wie lebendig musikalische Bildung sein kann, wenn man ihr Raum gibt.re

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