Hegeschau sollte wieder im März stattfinden

von Redaktion

Jägervereinigung Rosenheim sucht Lösung für Terminprobleme

Aschau – Bei der Pflichthegeschau für die Hegegemeinschaften III (Kampenwand), VI (Chiemsee West), V (Simssee) und VI (Halfing), zu der die „Jägervereinigung Rosenheim“ in der Festhalle Hohenaschau 250 Jäger und Ehrengäste begrüßen konnte, betonten alle Redner, dass Wald und Wild kein Gegensatz seien. Wald mit Wild müsse es geben.

„Nur miteinander geht’s“, so der Vorsitzende Jakob Hündl senior, der zur Zusammenarbeit aller Beteiligten aufrief. Diese sollten aber ihre Anliegen eigenverantwortlich regeln können und „sich nicht dreinreden lassen, auch nicht vom AELF“. Ein organisatorisches Problem sei der späte Termin der Hegeschau, weil es schwierig werden könnte, im Mai geeignete Räumlichkeiten für die Veranstaltung zu bekommen. Die Hegeschau sollte früher sein, etwa im März.

Hündl lehnt die Bejagung von Rehwild mit Nachtsichtgeräten ab und fordert zur Verhinderung von Schäden die Beibehaltung der Fütterung im Winter. Der neue Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbands, Thomas Bär, sieht dies auch so: „Wir brauchen wieder mehr Rotwildfütterungen.“

Zum Besuch der Biologin Dr. Christine Miller, die sich als Vorsitzende des Vereins „Wildes Bayern“ für den Erhalt der Artenvielfalt engagiert, meint Hündl: „Die Christl Miller legt den Finger in die Wunde.“ Er sei „nicht mit allem einverstanden“ was sie fordere, aber „viele Dinge kann ich unterschreiben.“ Der Verein habe viel erreicht, schade sei allerdings, „dass sich meist andere den Erfolg auf die Fahnen schreiben.“

Für Landrat Otto Lederer sind „resilienter Wald und Artenvielfalt bei den Tieren“ ebenfalls kein Widerspruch. Naturschutz sei wichtig, und er werde „draußen gemacht“. Das Landratsamt werde den Naturschutz „so weit wie möglich unterstützen“, etwa durch die weitere Zahlung der Fuchsprämie. Zur Forderung der zeitlichen Verlegung der Hegeschau sagte er: „Vielleicht können wir sie vorziehen.“

Der Landtagsabgeordnete Sepp Lausch ist froh, dass das neue Jagdgesetz „endlich beschlossen ist“, auch wenn es noch in einigen Punkten „nachjustiert werden“ müsse. „Schaut’s nach vorne“, so seine Aufforderung an die Jäger. Dies sei wichtiger, als sich mit den Problemen der Vergangenheit zu beschäftigen. Sein Kollege Sebastian Friesinger sieht schon eine neue Herausforderung für die Jäger: „Die Saatkrähe ist ein Problem, auch für die Landwirtschaft.“

Seuchen sind laut Dr. Ernst Andiel vom Veterinäramt weiterhin eine Gefahr, auch wenn aktuell in der Region keine auftreten. Tollwut sei hier selten, könne aber bei illegal importierten Tieren vorkommen. Die Vogelgrippe sei in jüngster Zeit häufiger aufgetreten, auch einen Fall von Newcastle-Krankheit habe es gegeben. Die Afrikanische Schweinepest sei vor allem im östlichen Mitteleuropa und in Italien ein Problem. Bei Jagdreisen in diese Gebiete müsse besonders auf Hygiene geachtet werden. Um eine Ansteckung mit der für Hunde gefährlichen Aujeszkyschen Krankheit zu vermeiden, sollten Jäger ihre Tiere von Wildschweinen fernhalten. TBC ist laut Andiel nach wie vor eine Gefahr. Zur Sicherheit müssten zehn Prozent des erlegten Rotwilds, das seien im Landkreis Rosenheim 35 Stück pro Jahr, untersucht werden.

Erlegt wurden im vergangenen Jagdjahr 117 Stück Rotwild, 152 Stück Gamswild, zwei Stück Schwarzwild und 3.547 Stück Rehwild. Zusammen mit 462 Stück Fallwild ergibt dies einen Gesamtabgang von 4.009 Stück beim Rehwild. Zudem wurden erlegt: 79 Feldhasen, 1.121 Füchse, 312 Dachse, 149 Steinmarder, 16 Baummarder, drei Fischotter, zwölf Iltisse, sieben Hermeline, fünf Mauswiesel, ein Mink, zehn Marderhunde, 28 Fasane, 77 Ringeltauben, zwei Waldschnepfen, 16 Blässhühner, ein Höckerschwan, 63 Graureiher, 193 Gänse, 715 Enten, zwei Mäusebussarde, ein Habicht, 70 Elstern, 114 Eichelhäher und 1.632 Rabenkrähen. Als nächste wichtige Termine nannte Hündl ein Tontaubenschießen am Mittwoch, 20. Juni, einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde am Donnerstag, 21. Juni, und die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 1. Oktober, im Happinger Hof.

Der Jagdverband biete laufend Jagdausbildungen an. Es sei daher nicht notwendig, dass der Maschinenring ebenfalls solche Ausbildungen anbiete. „Das können wir selber“, so Hündl. Alfred Schubert

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