Aschau im Chiemgau – Er ist jung für die kommunale Politik und genau das ist seine Stärke. Bastian Knickenberg ist der Jugendbeauftragte für die Gemeinde Aschau und soll auch durch sein Alter ein Ansprechpartner für die jungen Bürger der Gemeinde sein. „Ich bin das Bindeglied zwischen Jugend und Rathaus“, sagt er selbst. In der konstituierenden Sitzung wurde er erneut zum Jugendbeauftragten gewählt. Damit startet er jetzt in seine zweite Amtszeit. Und treibt ein Projekt gerade weiter voran.
„Letztens war unsere Gemeinderatssitzung und jetzt kann die Planung für den neuen Jugendtreff weitergehen“, sagt Knickenberg. Ein Thema, das die Jugend bewege. Vor sechs Jahren nahm Bastian Knickenberg das Amt als Jugendbeauftragter an. „Mein Vater war im Gemeinderat. Er und unser Bürgermeister Simon Frank sind auf mich zugekommen“, sagt er. Für ihn war das neue Amt ein Sprung ins kalte Wasser. Für den Anfang verschaffte er sich einen Überblick. „Wir haben allen Jugendlichen einen Brief geschickt mit einem QR-Code“, sagt Knickenberg. Wenn die jungen Aschauer den Code scannten, landeten sie bei einer Online-Umfrage, erzählt er.
Knickenberg wollte von den Jugendlichen wissen, welche Themen ihnen wichtig sind, was in Aschau gut läuft und was nicht. „Grundsätzlich ging es auch um das Thema Jugendtreff“, sagt er. Dabei kam heraus, dass viele noch nie in einem waren. „Die alte Sporthalle wurde vor einigen Jahren abgerissen und dort war der Jugendtreff drin“, sagt der 25-Jährige. Da laut den Umfrageergebnissen viele der Aschauer Jugendlichen gerne mal einen Jugendtreff ausprobieren wollten, wurde das zu einem der großen Themen für den Jugendbeauftragten.
Der Jugendtreff soll in der ehemaligen Fußballkabine an der Priental-Halle entstehen. Die Kabine wird zum Aufenthaltsraum, die ehemalige Dusche zum Spiel- und Arbeitsbereich sowie zur Küche. Der neue Raum mit 49 Quadratmetern muss dafür neue Fenster, Türen, Fliesen, Elektro und Sanitär bekommen. Insgesamt würden sich die Kosten auf 60.000 bis 70.000 Euro belaufen.
Ein weiteres Projekt, an dem Knickenberg als Jugendbeauftragter beteiligt ist, ist ein Bikepark. „Es gab den Wunsch, dass man so etwas anbieten solle“, sagt er. Dafür gibt es schon einen Plan vom Mountainbike-Verein Aschau. „Hier fehlt nur noch die Finanzierung“, sagt er.
Ein Projekt liegt ihm besonders am Herzen. Er hat es zwar nicht ins Leben gerufen, aber ist dafür verantwortlich, dass es mittlerweile zweimal im Jahr stattfindet: die integrative Jugenddisco im Eiskeller. „Da feiern Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung im Eiskeller. Diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, werden von der Feuerwehr runtergetragen“, sagt er. „Die Planung übernehme auch ich“, sagt Knickenberg.
Es sind Dinge, um die er sich neben seiner regulären Arbeit kümmert. „Ich arbeite bei uns zu Hause im Fliesenlegerbetrieb“, sagt er. In den vergangenen sechs Jahren habe er seinen Meister und Betriebswirt gemacht. „Da musste ich schauen, wie ich das alles unter einen Hut bringe“, sagt er. Doch sein Ehrenamt als Jugendbeauftragter ist ihm wichtig. „Es ist eine Art Zurückgeben“, sagt er.
Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde laufe sehr gut. „Wenn die Idee passt, wird sie auch meistens umgesetzt. Es wird nicht nur geredet und am Ende passiert nichts“, sagt er.
In dieser Amtszeit wird er vor allem einer Aufgabe nachgehen: „Den Jugendtreff zum Laufen bringen. Wenn der gut läuft, können wir noch einmal eine neue Umfrage machen“, sagt er. Und das ist wichtig, denn: „Die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen sollen frühzeitig gehört und bei Entscheidungen berücksichtigt werden“, sagt Simon Frank, Bürgermeister der Gemeinde Aschau und Vater zweier Teenager. „Bastian bringt für das Amt sowohl großes persönliches Engagement als auch einen guten Zugang zu den Anliegen und Interessen junger Menschen mit“, sagt er weiter. Es sei wichtig, als Gemeinde auf die Jugend zu achten, schließlich sei sie die Zukunft des Ortes.