Barrierefrei aufs WC und umziehen im Container

von Redaktion

Aschau plant Service-Station „Priental-Rast“ am Geigelsteinparkplatz um – Schneller Baubeginn

Aschau im Chiemgau – Die Service-Station „Priental-Rast“ am Geigelsteinparkplatz wird kommen. Mit 18:0 votierte der Aschauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür, das Gebäude Priental-Rast am Geigelsteinparkplatz in Sachrang zu realisieren. Aber anders, als geplant.

Vorausgegangen war dem Beschluss ein längerer Bericht von Christian Moosrainer vom Hochbauamt, der dem Gremium den aktuellen Sachstand für den Neubau eines WC-Gebäudes mit Umkleiden vorstellte. Im Dezember vergangenen Jahres hatte der damalige Gemeinderat sich für eine Tekturplanung für die sogenannte Priental-Rast ausgesprochen. 75.000 Euro wurden dafür im Haushalt eingestellt.

Behindertenbeauftragte mahnt Barrierefreiheit an

Aber: Laut einer Stellungnahme von Irene Oberst, der Behindertenbeauftragten des Landkreises Rosenheim, sei „diese Variante nicht barrierefrei nach DIN 18040, Teil 1.“ Die Hochbauverwaltung plädiere deshalb dafür, keine Tektur zu beantragen.

Denn das Gebäude soll kleiner als in der bereits genehmigten Dimension von knapp vier auf knapp neun Metern ausfallen, aber an der genehmigten Stelle und mit dem genehmigten Nutzungsinhalt errichtet werden. Die Genehmigung aus dem Jahr 2020, bis zum 1. September dieses Jahres verlängert, werde damit „lediglich realisiert.“ Weiter sagte Moosrainer, dass die Planungen vom Dezember 2025 rund 80.000 Euro brutto ausmachen. Plus die Kosten für eine tägliche Reinigung an sieben Tagen die Woche.

Das Vorhaben könne mit bis zu 45 Prozent gefördert werden. Dafür müsse man aber die sogenannte Bagatellgrenze in Höhe von 100.000 Euro reißen. Was man mit dem Einbau eines DIN-konformen, barrierefreien WCs erreiche. Moosrainer zeigte zwei solcher Varianten auf, mit zimmermannsmäßiger Umkleide oder mit einer Umkleide in einem Container. Erstere Variante komme auf gut 101.000 Euro und die zweite auf 100.000 Euro. Sprich, auf die Gemeinde komme jeweils ein Eigenanteil von gut 55.000 Euro zu.

Bürgermeister Simon Frank (ZfA) ergänzte, dass die Reinigungskosten mit 15.000 bis 20.000 Euro bei zwei Stunden pro Tag noch einmal obendrauf schlügen. Er betonte, dass die Service-Station „eine freiwillige Aufgabe, aber ein langersehnter Wunsch“ sei. Er danke an der Stelle dem Arbeitskreis Bergsteigerdorf Sachrang.

Franz Vordermayer (BBA) begrüßte den Bau eines barrierefreien WCs gemäß den DIN-Normen, denn: „Barrierefreiheit ist wichtig.“ SvenHerrmann (CSU) schloss sich dieser Ansicht an, aber forderte gleichzeitig, eine Gebühr für die WC-Nutzung zu erheben.

Wast Pertl (FWGA / Grüne / ABL) regte Zuwendungen aus Spenden und Stiftungen an, solange sich diese nicht förderschädlich auswirkten. Monika Schmid (FWGA/ Grüne / ABL) sagte, dass die Rast-Station eine touristische Einrichtung sei. Warum also nicht einen höheren Fremdenverkehrsbeitrag? Fabian Schneikart (ZfA) forderte eine Loipengebühr. Schließlich pflege man diese, was auch koste. Guter Einwand, sagte Frank, aber: In Bayern sei dies nicht möglich, es gelte das freie Betretungsrecht. Frank betonte, dass man „offen für weitere Impulse“ sei.

Parkplatzgebühren werden Thema im Gemeinderat

Marinus Schreiner (ZfA) hakte bei den Campern nach: Wer kontrolliere diese? Und er regte eine höhere Nachtgebühr an, während Johann Feistl (ZfA) forderte, dass generell schon ab der ersten halben Stunde zu zahlen sei. Was die Parkplatzgebühren betreffe, werde man diese ausführlicher in einer der kommenden Sitzung besprechen, versicherte der Bürgermeister.

Einstimmig genehmigten schlussendlich die Gemeinderäte die Variante mit einem Umkleide-Container und DIN-konformen barrierefreien WC. Der Bau soll zeitnah umgesetzt werden.

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