Leidenschaft für das Ehrenamt

von Redaktion

Sebastian Liebl aus Stephanskirchen mit 89 Jahren gestorben

Stephanskirchen – Geboren am 26. November 1936 in Kuglmoos als drittes Kind von Josef und Katharina Liebl wuchs Sebastian Liebl in Stephanskirchen auf, wo er auch die Volksschule besuchte. Anschließend schloss er auf der Handelsschule Dr. Kalscheuer in Rosenheim die Mittlere Reife ab und absolvierte ab 1954 eine Lehre zum Industriekaufmann.

Nach einigen Jahren bei anderen Arbeitgebern fing er als Lohnbuchhalter bei der Rosenheimer Firma Franz Miller an. Bis zur Rente 1999 blieb er in dem Unternehmen – als Ausbilder und als Prokurist.

Neben dem Beruf widmete sich Sebastian Liebl dem, was ihm am liebsten war: der Familie und dem Vereinsleben. Am 15. November 1958 heiratete er seine Frau Ingrid. Aus der Ehe gingen die Söhne Günther und Helmut hervor.

Ein schwerer Schicksalsschlag erschütterte die Familie am 9. Oktober 1983. Der jüngere Sohn Helmut verunglückte mit 21 Jahren tödlich bei einem Verkehrsunfall. Ein Ereignis, das die Familie ein Leben lang geprägt hat. „Im November 1983 hatten wir eine traurige Silberhochzeit“, schrieb Sebastian Liebl in seinen Memoiren.

Es brauchte lange, bis die Familie die Tragödie verarbeiten konnte. Was sie auffing, war der Familienzuwachs: 1989 und 1991 kamen die Enkeltöchter zur Welt. „Wir hatten als Oma und Opa neue schöne, erfreuliche Aufgaben zu erfüllen“, schrieb Liebl. Und auch über zwei Urenkel freuten sie sich.

Wichtige Aufgaben waren für Sebastian Liebl aber auch „seine“ Vereine und das Amt als Gemeinderat, das er stets sehr ernst nahm.

Egal, ob als Gründungsmitglied der Jungbauernschaft Stephanskirchen oder als Vorstandsmitglied, Vorsitzender und später als Ehrenmitglied des GTEV Simssee Süd, ob beim Spielmannszug Stephanskirchen, Obst- und Gartenbauverein, der Schafhaltervereinigung oder im Fremdenverkehrsverein – Sebastian Liebl war mit Herzblut dabei. Dabei lag ihm die Pressearbeit der Vereine besonders am Herzen und er sorgte dafür, dass die Berichte schnell und ausführlich die Redaktion des OVB erreichten.

Politisch aktiv war Sebastian Liebl als Mitglied der CSU und von 1978 bis 1996 als Gemeinderat. Er trug dazu bei, dass die Gemeinde „über das reine Flächenwachstum hinaus auch an Lebensqualität gewinnt“, wie Bürgermeister Karl Mair in einer Gedenkminute für den Verstorbenen sagte.

In zwei Jahren hätten Ingrid und Sebastian Liebl die Gnadenhochzeit gefeiert. Auch wenn ihnen dies nicht vergönnt war, haben sie sich an ihr Versprechen gehalten: „…bis dass der Tod uns scheidet.“

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