„Was macht der Marx denn in Endorf?“

von Redaktion

„Den Pfarrer kenne ich doch irgendwo her…“ mag sich der eine oder andere Theaterbesucher gedacht haben. Der „Pfarrer“, der sich in Bad Endorf „Pater Rupert Mayer“ ansah, ist der wohl der prominenteste katholische Würdenträger Deutschlands, Dr. Reinhard Kardinal Marx.

Bad Endorf – Wie kommt der Erzbischof von München und Freising dazu, ins Bad Endorfer Volkstheater zu gehen? Das ist einer persönlichen Begegnung zu verdanken: Peter Bichler, Zweiter Vorsitzender der Theatergesellschaft Bad Endorf, hatte Dr. Reinhard Kardinal Marx bei einem Feldgottesdienst anlässlich des 80. Todestages von Pater Rupert Mayer auf die geplante Aufführung aufmerksam gemacht und ihn nach Bad Endorf eingeladen. Die Einladung nahm der Kardinal gerne an.

Besuch des Erzbischofs ist
Höhepunkt für Theaterer

Für die Theatergesellschaft zählt der Besuch natürlich zu den besonderen Höhepunkten bei den Aufführungen des Stücks „Pater Rupert Mayer“, das unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Florian Hermann steht und noch bis 28. Juni im Volkstheater aufgeführt wird. Und wenn der Erzbischof schon einmal da ist, dann muss er auf die Bühne. Marx ließ sich vom Vorsitzenden Konrad Schlaipfer nicht lange bitten.

Der Geistliche zeigte sich sichtlich bewegt von der Aufführung. In seiner Ansprache griff er die hervorragend gespielte Szene im Konzentrationslager Sachsenhausen auf, die ihn nach eigenen Worten tief berührt habe. Ausgehend von dieser Darstellung erinnerte Marx daran, wie wichtig es sei, auch in der Gegenwart Haltung zu zeigen. Er ermutigte Zuschauer und Mitwirkende sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und den wieder erstarkenden Rechtsradikalismus zu stellen und für die Werte einzutreten, die Rupert Mayer Zeit seines Lebens verteidigt hat. Zum Abschluss spendete Kardinal Marx den Anwesenden einen Segen und wünschte der Theatergesellschaft für die verbleibenden Aufführungen weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen.

Den Besuch des Kardinals, der Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg und Domvikar Thomas Belitzer mitgebracht hatte, wertet die Theatergesellschaft Bad Endorf als eine besondere Anerkennung ihrer Arbeit. Gleichzeitig unterstreicht er die Aktualität des Stücks, dessen Botschaft weit über die historische Darstellung hinausreicht. „Pater Rupert Mayer“ erinnert nicht nur an einen außergewöhnlichen Menschen, sondern fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und für Menschlichkeit, Mut und Zusammenhalt einzustehen.

Auch Pfarrer Philipp Werner von den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer gehörte zu den Gästen. Er befand sich in Begleitung mehrerer Mitglieder seiner Studentenverbindung. Der selben Studentenverbindung, deren Mitglied auch Pater Rupert Mayer war. Aus der Politik gesellte sich der stellvertretende Rosenheimer Landrat Eduard Huber zu den Ehrengästen.

Weitere Infos zum Stück und zu den Terminen gibt es auf www.chiemgauer-heiligenspiele.de.

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