Aus zwei mach eins: Fusion der Pfarrverbände

von Redaktion

Die Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer könnten bald fusionieren. Pfarrer Philipp Werner erklärt die Gründe: Sinkende Finanzen und Personalmangel machen eine Bündelung der Kräfte notwendig, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.

Bad Endorf/Prien – Die Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer könnten künftig unter einem gemeinsamen Dach organisiert werden. Über die Hintergründe und Ziele dieser Überlegungen informierte Pfarrer Philipp Werner, Leiter beider Pfarrverbände, im aktuellen Pfarrbrief. Angesichts sinkender finanzieller Mittel und zunehmender personeller Herausforderungen sei es notwendig, frühzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Herausforderungen als
Anstoß für Veränderungen

Dabei betont Werner zunächst, dass die Kirche als Gemeinschaft nicht in ihrer Existenz gefährdet sei. Zugleich erinnert er daran, dass Christus die Verantwortung für die Kirche auch den Gläubigen anvertraut habe und Kreativität sowie persönlicher Einsatz gefragt seien, damit sie ihren Auftrag in der Welt erfüllen könne.

Als Gründe für die aktuellen Überlegungen nennt Werner vor allem die finanzielle Entwicklung in der Erzdiözese. Die Pfarreien müssten künftig höhere Eigenanteile tragen, während gleichzeitig die Zuschüsse für Personal und Projekte zurückgingen. Hinzu komme die Überprüfung des kirchlichen Immobilienbestandes sowie die Aussicht, viele Aufgaben künftig mit weniger Personal bewältigen zu müssen.

Besonders im Raum zwischen Bernau und Bad Endorf zeigten sich nach seinen Worten strukturelle Nachteile. Derzeit bestehen dort zwei eigenständige Pfarrverbände, wodurch Verwaltungsaufgaben und Gremienarbeit vielfach doppelt anfielen.

„Wir können leider zwischen den beiden Pfarrverbänden keinen Ressourcenaustausch bewerkstelligen oder eine sinnvolle Verteilung von Personalstunden oder Finanzen koordinieren“, erläutert Werner. Auch bei Krankheitsfällen oder personellen Engpässen sei eine gegenseitige Unterstützung kaum möglich.

In den vergangenen Monaten hätten sich deshalb die Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäte intensiv mit möglichen Zukunftsmodellen beschäftigt. Das Ergebnis sei eine klare Empfehlung für die Zusammenführung der beiden Pfarrverbände zu einer größeren Einheit. Dabei, so Werner, würden die einzelnen Kirchenverwaltungen ihre Rechte, Aufgaben und Vermögen behalten. Auch die Pfarrgemeinderäte blieben bestehen.

Verändern würde sich vor allem die organisatorische Struktur. „Statt zwei Verwaltungseinheiten gäbe es dann eine. Das spart sehr viele Ressourcen: Arbeit, Zeit, Geld und auch persönlichen Aufwand“, heißt es in dem Schreiben.

Darüber hinaus sehen die Verantwortlichen weitere Vorteile. Personal und Immobilien könnten künftig gemeinsam geplant und bewirtschaftet werden. Gleichzeitig ließen sich Entwicklungen wie Kirchenaustritte oder demografische Veränderungen besser auffangen.

Werner verweist zudem auf die bereits bestehende Zusammenarbeit im pfarrverbandsübergreifenden Pfarrverbandsrat. Dort habe sich gezeigt, dass die Vernetzung der einzelnen Seelsorgeeinheiten gut funktioniere und die jeweiligen Stärken vor Ort erhalten werden könnten. „Jede Pfarrei und Kuratie kann dann mit ihrem je eigenen Schwerpunkt das weiterverfolgen und ausbauen, was dort gut gelingt und was vor Ort wichtig ist“, schreibt der Pfarrer.

Gremien sind für
Zusammenschluss

Nach seinen Angaben haben die meisten Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäte der geplanten Fusion bereits zugestimmt. Die verbleibenden Gremien bereiten derzeit die notwendigen Beschlüsse vor. Anschließend soll die Erzdiözese München und Freising um die offizielle Zusammenlegung gebeten werden. Werner lädt die Gläubigen ein, den Prozess aktiv zu begleiten: „Ich möchte Sie als Ihr Pfarrer daher herzlich einladen, diesen Prozess, wo immer sie am kirchlichen Leben teilnehmen, auch mitzutragen.“

Trotz aller Veränderungen blickt der Pfarrer zuversichtlich nach vorne. Die Kirche vor Ort werde auch künftig von den Menschen getragen, die sich in ihr engagieren. „Christi Kirche hier vor Ort, die wir gemeinsam gestalten. Wir dürfen vertrauen: Er ist gerade hier und jetzt bei uns. Er trägt uns sicher in die Zukunft“, schreibt Werner abschließend.

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