Pittenhart – Mit Florian Pis, dem weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten „Stockempl-Flori“, hat Pittenhart eine prägende Persönlichkeit verloren. Die Pfarrkirche war beim Trauergottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Kirchenchor unter der Leitung von Hans Bruckner gestaltete die Feier würdevoll.
Pfarrer David Mehlich erinnerte in seiner Predigt an die letzten Lebenswochen des Verstorbenen. Florian Pis habe gespürt, dass seine Zeit zu Ende gehe, und seiner Familie viele Erinnerungen an die Kriegsjahre und seine Kindheit erzählt.
Geboren wurde Florian Pis am 4. August 1931 auf dem Stockemplhof in Pittenhart. Nach seiner Ausbildung zum Landwirt führte ihn sein Weg zeitweise nach Fremdling, wo er seine spätere Frau Christl Straßer kennenlernte. Die beiden heirateten 1961 und gründeten eine Familie mit fünf Kindern. Später kamen sieben Enkelinnen sowie die Urenkel Kilian und Lukas hinzu. 2021 durfte das Ehepaar die diamantene Hochzeit feiern.
Neben der Arbeit auf dem Hof und als Lkw-Fahrer engagierte sich Pis jahrzehntelang für seine Heimatgemeinde. Von 1972 bis 1996 gehörte er dem Gemeinderat an und war 42 Jahre lang Feldgeschworener. Für seine Verdienste erhielt er 2008 die Bürgermedaille der Gemeinde. Bürgermeister Sebastian Unterhuber würdigte ihn als Menschen mit Vernunft, Weitsicht und großem Herzen.
Auch im Bayerischen Bauernverband hinterließ Florian Pis Spuren. Von 1976 bis 1996 stand er dem Ortsverband Pittenhart vor und setzte sich engagiert für die Interessen der Landwirte ein. Politisch war er über mehr als fünf Jahrzehnte der CSU verbunden.
Große Bedeutung hatte für ihn zudem das Vereinsleben. Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, des Trachten- und Burschenvereins sowie der Spielvereinigung Pittenhart. Familie, Geselligkeit und Gemeinschaft prägten sein Leben ebenso wie seine Liebe zu den Bergen und zur Natur.
Besonders eng war seine Verbundenheit mit der Pfarrgemeinde. Von 1984 bis 2012 versah er gemeinsam mit seiner Frau den Mesnerdienst. Mit seiner humorvollen und herzlichen Art prägte er Generationen von Ministranten. Diakon Wolfgang Mösmang erinnerte an die Osterkerze, die Turmuhr und die Wetterglocke als Sinnbilder seines Wirkens.
Eine weitere Leidenschaft galt den Pferden. Ein besonderes Erlebnis war für ihn die Reise nach Rom im Jahr 2011, bei der er mit seiner Stute „Helga“ an einer Audienz von Papst Benedikt XVI. teilnahm.
Zum Abschied erwiesen zahlreiche Fahnenabordnungen ihrem langjährigen Kameraden die letzte Ehre. Der Kirchenchor sang „Großer Gott, wir loben dich“ und ein „Ave Maria“. Florian Pis verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am 31. Mai 2026 im Alter von 94 Jahren im Trostberger Krankenhaus. Statt Blumen und Kränzen hatte er sich Spenden für die Sternstunden-Aktion gewünscht.