Bruckmühl – Gemeinsam für ein krisenfestes Deutschland, mehr Schutz, mehr Stärke, mehr Sicherheit – mit diesen Kernaussagen soll die Resilienz der Länder, Landkreise, Städte und Kommunen gerade bei den besonderen Herausforderungen der chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) gesteigert werden. Basis dafür bildet eine Ausstattung mit entsprechendem professionellen und hochmodernen Einsatz-Equipment, um für künftige Krisensituationen bestmöglich gewappnet zu sein.
In diesem Zusammenhang beschafft der Bund im Rahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes deutschlandweit 518 CBRN-Erkundungsfahrzeuge, die für den Einsatz bei den kommunalen Feuerwehreinheiten angesiedelt werden. Derzeit erfolgt die Auslieferung an die Bundesländer. Der Freistaat Bayern bekommt 98.
Eine Auszeichnung für ihre Leistungsfähigkeit, gerade auf dem ABC-/CBRN-Sektor, erhielt jetzt die Feuerwehr Heufeld, Markt Bruckmühl. Sie wurde als Standort für das neue CBRN-Erkundungsfahrzeug für den Landkreis Rosenheim ausgewählt. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe wurde die eigens dafür von der Marktgemeinde Bruckmühl neu gebaute Fahrzeughalle auf dem Areal der Heufelder Floriansjünger ihrer Bestimmung übergeben.
Nach Darstellung von Kreisbrandrat (KBR) Richard Schrank ist der CBRN-Erkunder ein High-Tech-Einsatzmittel für speziell geschulte Feuerwehrkräfte und verfügt über zwei fest verbaute Messplätze. Die Geräte werden über ein zentrales Rechnersystem angesteuert.
Im Messeinsatz können Proben zu den mit Schläuchen verbundenen Messgeräten gezogen werden. Alternativ sind die Messgeräte des CBRN-Erkunders auch im sogenannten abgesetzten Modus, außerhalb des Fahrzeuges, ohne zentrales Rechensystem einsetzbar.
Nach Aussage Schranks ist gerade bei den CBRN-Gefahren eine umfassende Erkundung des Lagebildes (Messen, Spüren, Melden) die wesentliche Voraussetzung für eine effektive Gefahrenabwehr. Der große einsatztaktische Vorteil des CBRN-Erkunders liegt laut Schrank dabei vor allem in der mobilen Messung.
Im zivilen Feuerwehreinsatz kommt dabei ausschließlich die sogenannte Grenzmessung zum Einsatz. Damit hat der CBRN-Erkunder die Möglichkeit, eine Ausbreitung und Zugrichtung einer Schadstoffwolke rasch und großflächig zu erkunden. Die gesamte Messfahrt wird zur Dokumentation und für die weitere Nutzung in der Einsatzleitung auf dem CBRN-Fahrzeugsystem gespeichert und dokumentiert. Damit lassen sich rasch Warngebiete oder Räumbereiche identifizieren, in denen gegebenenfalls weitergehende Einsatzmaßnahmen erforderlich werden.
Erfreut zeigte sich KBR Schrank, dass das neue und hochkomplexe Einsatzfahrzeug aber auch gerade für Regeleinsätze, wie bei allgemeinen Gefahrgut-, Straße-Schiene- und bei Industrie-unfällen eingesetzt werden kann. Als plakatives Beispiel nannte der KBR Lkw-Unfälle mit Gefahrgut: „Früher konnten die Einsatzkräfte anhand von farbigen Warntafeln an den Aufliegern oder Anhängern sofort erkennen, welche Stoffe transportiert werden, auch führten die Lkw-Fahrer detaillierte Beförderungspapiere mit sich; heutzutage sind die Fahrzeuge nur noch pauschal gekennzeichnet und die Fahrer wissen vielfach gar nicht mehr, was sie hinter sich auf der Ladefläche herumfahren.“
Für Bürgermeister Richard Richter war die Sache schon vom Grundsätzlichen her klar: „Die Kommunen sind die staatlichen Organisationen, die am nächsten am Bürger sind, deswegen ist auch die Ansiedelung der CBRN-Erkunder bei den Feuerwehren zielführend.“
Ein Team stellt sich
der Herausforderung
Florian Glück wertete die Standortauswahl Heufeld als Zeichen der Wertschätzung der Heufelder Wehr: „Wir nehmen den Vertrauensbeweis und die damit verbundenen Herausforderungen als Team gerne an.“
Nach Darstellung des Kommandanten besteht die CBRN-Erkunder-Startergruppe aus zwölf bestens ausgebildeten Floriansjüngern, darunter Gruppenführer, Atemschutz- und Chemieschutzträger mit Zusatzqualifikationen im CBRN-Bereich. Zum Leitungs- und Ausbildungs-Trio gehören sein Stellvertreter Erwin Pötzinger, Zugführer Jan Schröter sowie Multiplikator „Messtechnik“ Eike Wendorff.