Frasdorf – Frasdorf feiert in diesem Jahr sein 1.150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum lud der Heimat- und Kulturverein Frasdorf gleich an zwei Orten zur kulturellen Entdeckungsreise ein: Ins Höhlen- und Dorfmuseum sowie in das Foyer des Rathauses. Bis Ende des Jahres werden die Exponate monatlich wechseln und jeweils neue Facetten der langen Ortsgeschichte beleuchten.
Los ging es im Dorfmuseum. Dort stimmte Ortsheimatpfleger Rupert Wörndl mit einem Kurzvortrag auf die „Stationen der Ortsgeschichte“ ein, wie sie auch im Museum zu erleben sind. Naturgemäß lassen sich 1.150 Jahre nicht lückenlos darstellen, so Wörndl. Doch allein der Blick auf Schloss und Herrschaft Wildenwart umfasst immerhin 800 Jahre Geschichte.
„1.150 Jahre – das klingt abstrakt, aber wenn man vor diesen Bildpaaren steht, wird Geschichte mit einem Mal sehr konkret und greifbar“, sagte Frasdorfs Erster Bürgermeister Daniel Mair bei der Eröffnung. Denn: Im Dorfmuseum gibt es derzeit die Fotoausstellung „Frasdorf früher und heute.“
Fotograf Andreas Walsberger, Mitglied im Heimat- und Kulturverein Frasdorf, hat historische Ansichten – darunter Postkarten, die teilweise bis ins Jahr 1900 zurückreichen – aktuellen Aufnahmen gegenübergestellt. Dabei bemühte er sich, den Kamerastandpunkt so exakt wie möglich zu rekonstruieren. „Manchmal habe ich zwanzig Minuten gebraucht, um die genaue Stelle zu finden, von der das alte Foto aufgenommen wurde“, so Walsberger. „Und manchmal war es schlicht unmöglich, weil heute dort ein Haus steht oder die Lärmschutzwand der Autobahn die Sicht versperrt.“
Aber auch das gehöre zur Geschichte des Ortes: „Der Wandel ist ja nicht nur auf den Bildern zu sehen. Er steckt auch darin, was man heute nicht mehr fotografieren kann.“
Als großen Wunsch für künftige Ausstellungen im Dorfmuseum nannte Wörndl die jüngsten archäologischen Ausgrabungen in Umrathshausen: Die dort zutage getretenen Funde belegen Siedlungen aus der Zeit der Urnenfelderkultur (1200 – 800 v. Chr.) sowie Spuren aus der Kelten- und Römerzeit. Ein Kapitel, das im Museum bislang noch nicht aufgeschlagen ist, wie Wörndl noch hinzufügte.
Vom Dorfmuseum war es nur ein kurzer Weg ins Rathaus. Dort locken Aquarelle von Künstlerin Gitta Kolbeck und anderen Malerkolleginnen, die die Schönheiten der Gemeinde malerisch eingefangen haben.
Ortsansichten, Bauernhäuser, Kapellen, landwirtschaftliche Nebengebäude und nicht zuletzt Schloss Wildenwart. Die Werke machen die landschaftliche und architektonische Vielfalt des Gemeindegebietes in leuchtenden Farben erfahrbar, war von vielen Seiten zu hören.
Hausherr Mair lud namens der Gemeinde zu einem Stehempfang und zeigte sich erfreut über die Resonanz: „Dass wir zum Jubiläum gleich an zwei Orten so hochwertige Ausstellungen zeigen können, ist ein Geschenk für die ganze Gemeinde. Und dass sich die Bilder bis Jahresende monatlich erneuern, gibt jedem Grund, immer wieder vorbeizuschauen.“
Die Ausstellung im Dorfmuseum ist jeweils am letzten Sonntag des Monats von 16 bis 18 Uhr zu sehen, sowie zusätzlich am 20. September. Die Aquarellausstellung im Rathaus ist während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.elk