Verdeckte Ermittlungen nach Biber-Funden

von Redaktion

Nach dem Fund von mehreren toten Bibern bei Maxlrain geht die Polizei von einer Gewalttat aus. Die Ermittler machten den Fall erst zwei Monate später öffentlich, da zunächst verdeckt ermittelt wurde. Insgesamt wurden fünf tote Tiere gefunden, ein weiteres ist verschwunden.

Tuntenhausen – Es sind schockierende Neuigkeiten, mit denen die Polizei am vergangenen Mittwoch an die Öffentlichkeit ging. Im Gemeindebereich von Tuntenhausen, konkret Maxl-rain/Fischbach, wurden mehrere tote Biber gefunden. Laut Angaben der Polizeiinspektion Bad Aibling waren die toten Tiere teilweise vergraben und befanden sich bereits in fortgeschrittenem Verwesungszustand (wir berichteten).

Ermittlungen laufen
schon seit Mitte April

Gemeldet wurden die erschreckenden Funde bereits zwischen dem 14. und 16. April, woraufhin die Beamten den Fundort erneut absuchten und noch weitere verendete Biber fanden. Und wie berichtet war etwas später klar, dass die Tiere keines natürlichen Todes gestorben waren.

Denn zu weiteren Untersuchungen wurden die aufgefundenen Tiere an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übergeben. Das abschließende Gutachten steht derzeit noch aus. Nach einer ersten Einschätzung der Fachstelle ist jedoch davon auszugehen, dass die Tiere „gewaltsam getötet wurden“. Ein Sprecher des LGL teilte nun auf OVB-Nachfrage mit, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen wurden. „Einen Zeitrahmen können wir nicht angeben.“ Weitere Nachfragen zur genauen Untersuchung und zum Zustand der Tiere konnte die Fachstelle zum aktuellen Zeitpunkt nicht beantworten und verwies auf die Polizei.

„Insgesamt haben wir fünf tote Biber gefunden, ein weiterer ist verschwunden“, erklärte ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling gegenüber dem OVB. Der Grund, warum die Polizei den Fall erst gut zwei Monate nach dem Schreckensfund öffentlich gemacht hat, seien verdeckte Maßnahmen gewesen, die kurz nach den Biber-Entdeckungen ergriffen wurden. „Das Ziel war, dadurch den oder die möglichen Täter zu fassen, und da wäre ein Zeugenaufruf hinderlich gewesen“, erklärt der Polizeisprecher das Vorgehen.

Doch jene verdeckten Maßnahmen blieben erfolglos. Aus diesem Grund erhofft sich die Polizei nun Hinweise aus der Bevölkerung. Immerhin sei der Bereich auch von Spaziergängern und Radfahrern stark frequentiert. Relevant sind alle Beobachtungen, die in Zusammenhang mit den getöteten Tieren stehen können. Wem also Fahrzeuge aufgefallen sind, die Feld- oder Waldwege in dem Bereich, insbesondere entlang der Glonn, befuhren, oder wer insbesondere in den Nachtstunden Schussgeräusche in diesem Bereich wahrgenommen hat, wer Hinweise auf den oder die Täter geben kann, der solle sich mit der Polizeiinspektion Bad Aibling unter der Telefonnummer 08061/90730 in Verbindung setzen.

„Nicht mehr in
bestem Zustand“

Denn bisher bleiben noch viele Fragen unbeantwortet. „Woran die Tiere alle gestorben sind, wissen wir selber noch nicht genau“, sagte der Polizeisprecher und verweist auf das noch ausstehende finale Gutachten des Landesamtes. „Die Biber waren nicht mehr im besten Zustand“, erläutert er das Auffinden der verwesten Tiere.

So fehlten bereits auch möglicherweise entscheidende Körperteile, die genauere Rückschlüsse zugelassen hätten. „Fest steht aber, dass es Gewalteinwirkungen gab.“ Weit verstreut seien die Tiere indes nicht gewesen. Alle verendeten Biber hätten sich in einem überschaubaren Bereich entlang der Glonn befunden, wo auch zahlreiche Radler und Spaziergänger regelmäßig vorbeikommen.

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