Ehemaliger Rot-Kreuz-Laden wird zum Künstleratelier

von Redaktion

Josef Köstlbacher arbeitet bis Anfang August in den provisorisch vorbereiteten Räumen in Kiefersfelden

Kiefersfelden – „Das mobile Atelier“ von Künstler Josef Köstlbacher gastiert noch bis 13. August in dem Grenzdorf und hat sein Domizil im ehemaligen Rot-Kreuz-Laden in der Dorfstraße 29 gefunden. Dabei ist die Unterkunft fast schon Programm, denn bei der Vernissage bot sich den vielen Interessierten eine Baustelle, die nur notdürftig, aber mit viel Engagement gereinigt werden konnte.

In ihrer Begrüßung dankte Maria Buck, Projektleiterin „Das mobile Atelier“ vom bayerischen Kunstministerium, auch im Namen des „Berufsverbands bildender Künstler“ für die Unterstützung durch die Gemeinde. Das mobile Atelier ist ein weiteres Puzzleteil des Projekts, das durch ganz Bayern wandert und nun hier Station macht.

Bürgermeister Hajo Gruber freute sich „sehr über die wunderbare Idee, unsere Dorfstraße wieder zu beleben und der Kunst für einen begrenzten Zeitraum ein Zuhause geben zu können“. Und nicht nur er blickt gespannt und erwartungsvoll auf die kommende Zeit mit dem Künstler, der hier leben und arbeiten wird. Josef Köstlbacher selbst ist „gespannt und begeistert, in dieser neuen Umgebung arbeiten zu dürfen“. Eingeladen dazu war er von Projektleiterin Maria Buck und er fand bei seinem ersten Besuch hier „ganz andere Bedingungen vor, aber alles ist super machbar“. Gemeint hat er damit die baulichen Gegebenheiten der Räume, die nach dem Auszug des Roten Kreuzes in renovierungsbedürftigem Zustand sind. „Wir haben aber alle angepackt und jetzt passt das schon für meine Aufgabe“, so der Künstler optimistisch und pragmatisch.

Er wird „in der Region unterwegs sein, meine Ideen entwickeln und mich von Landschaft und Tradition inspirieren lassen“. Dabei freut er sich „auch ganz besonders auf den Austausch mit den Bewohnern“.

Was den Künstler besonders macht, ist seine Art, Kunst zu gestalten. Er geht „die nächsten Wochen auf Sammeltour durch die wundervolle Natur. Dabei habe ich immer eine faltbare Leinwand, die mir praktisch als Notizbuch dient“. Im Atelier zurück, verwandelt er dann „seine Notizen“ in Bilder. Sehr „erwartungsvoll“ blickt er der Zeit hier vor Ort entgegen, „denn die Kunst verändert sich in den verschiedenen Regionen Bayerns und das will ich in meinen Werken und mit den Teilnehmern an den Workshops festhalten“.

Sechs seiner jüngeren Bilder hat er zur Vernissage mitgebracht, die einen ersten optischen Eindruck seines Schaffens vermitteln. Ob in Schwarz-Weiß oder strahlenden Farben, wie das Bild „Gold und Trauben“, das in seinem Atelier in München entstanden ist, aber eine bunte, leuchtende landschaftliche Idylle zeigt. Die ausgestellten Werke vermitteln schon einen ersten Eindruck seiner Art, zeitgenössische Kunst sichtbar zu machen. Das will er nun auch einer breiteren Szene vermitteln.

Josef Köstlbacher lädt Künstler und Bewohner ein, in seinem mobilen Atelier ihm „nicht nur über die Schulter zu schauen, sondern auch das kreative Potenzial peripherer Regionen zu erkunden und somit der vorhandenen Vielfalt eine Bühne zu geben“. Das Atelier in der Dorfstraße 29 öffnet dazu seine Pforten jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr, um zusammen mit dem Künstler aus Inspiration und Beobachtung Kunst auf der Leinwand entstehen zu lassen. Auch für die jüngeren Kunstinteressierten nimmt sich Köstlbacher Zeit und bietet, zusammen mit der Gemeinde, im Rahmen der Ferienspiele Workshops an. Weitere Informationen zu allen Workshops und Terminen gibt es in der Kieferer Touristinformation unter 08033/9765-27. hko

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