Schonstett – Nun tut sich doch schon etwas im leer stehenden Caritas-Heim in Schonstett. Das ehemalige Zuhause von Menschen mit körperlichen Behinderungen soll ab 1. Juli als Übungsort für Polizisten dienen. Das bestätigen auf Anfrage sowohl Schonstetts Bürgermeister Maximilian Heilmann als auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd.
Polizeipräsidium hat
Caritas-Heim angemietet
„Die Polizei hat das Heim bei der Caritas angemietet“, sagt Heilmann. Im Bereich der Immobilie würden deswegen in Zukunft mehr Polizisten zu sehen sein. Darüber informierte die Gemeinde auch schon vor wenigen Wochen in einem Schreiben an die Schonstetter Bürger.
Das ehemalige Heim befindet sich direkt neben dem Kindergarten. Etwaige Bedenken, dass es hier zu unangenehmen Situationen für die kleinsten Schonstetter kommen könnte, räumte die Gemeinde in dem Schreiben jedoch aus. Die Übungen sollen demnach außerhalb des Blickfeldes der Kinder durchgeführt werden. „Waffen mit Platzpatronen werden ausschließlich innerhalb der Gebäude verwendet“, sodass draußen davon nichts zu hören sein sollte, heißt es in der Mitteilung.
Auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, das die Räume laut eigenen Angaben angemietet hat, erklärt, dass „Schussgeräusche voraussichtlich nicht hörbar sein werden“. Trainings und Übungen sollen größtenteils in den Gebäuden stattfinden. „Bei der An- und Abfahrt sowie beim Parken wird die Bevölkerung voraussichtlich vermehrt Polizeifahrzeuge und vereinzelte Einsatzkräfte wahrnehmen“, heißt es von der Polizei.
Genauere Details zu Übungsszenarien gibt die Polizei nicht. Nur so viel: „Es werden verschiedene mögliche und denkbare Einsatzlagen sowohl für den regulären Schichtdienst als auch für geschlossene Einheiten trainiert und geübt“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums.
Die Polizei führt Übungen im Einsatztrainingszentrum in Murnau sowie in angemieteten Gebäuden in Rosenheim und Grabenstätt durch, heißt es. „Je nach Verfügbarkeit und Bedarf werden weitere Liegenschaften der Bundeswehr oder sonstige zivile Gebäude angemietet und genutzt.“
Denn die Polizeibeamten wollen beim Training realitätsnahe und vielfältige Einsatzlagen üben. Die Immobilie im Herzen Schonstetts bietet für die Polizei „umfangreiche Möglichkeiten“ zum Trainieren. Dort sollen die Beamten zunächst für wenigstens sechs Monate üben. „Eine längere Nutzung ist grundsätzlich möglich und angedacht“, so der Sprecher.
„Eine Chance
für Schonstett“
Bürgermeister Maximilian Heilmann unterstützt dieses Vorhaben und sieht darin eine Chance für Schonstett. „So können Bürger die Polizei anders kennenlernen“, sagt er. Und Letztere müsse schließlich auch irgendwo ausgebildet werden.
Bevor im Caritasheim geschossen wird, will sich Heilmann jedenfalls noch mit einem Verantwortlichen vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd treffen und absprechen.