Auf dem Weg zu guter Wasserqualität

von Redaktion

Der Simssee ist bildschön, seine Wasserqualität jedoch nur mäßig. Um den ökologischen Zustand des Gewässers zu verbessern, werden derzeit intensive Untersuchungen durchgeführt. Ziel ist es, bis zum Jahr 2027 eine gute Wasserqualität zu erreichen.

Simssee – Unaussprechlich klingen die Begriffe Makrophyten- und Phytobenthoszönose und sind für unsere heimischen Gewässer doch von enormer Bedeutung. Denn sie beschreiben die gesamte Lebensgemeinschaft der mit bloßem Auge sichtbaren Wasserpflanzen und der am Gewässerboden haftenden Algen. Die wiederum wichtig sind zur Bewertung des ökologischen Zustands von Fließgewässern und Seen nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Und jetzt kommt Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) ins Spiel.

Die Zeit drängt: Bis 2027
muss Simssee „gut“ sein

Spätestens bis zum Jahr 2027 muss der Simssee nämlich eine gute Wasserqualität aufweisen. Dafür entnehmen Dr. Roch und zwei Kollegen vom WWA Wasserproben, um die Wasserqualität zu bestimmen. Bisher liegt die Qualität noch immer bei „mäßig“ mit einem Trend zum guten Zustand. Hauptursache für die noch mäßige Wasserqualität sind die Phosphoreinträge in den See gleichermaßen über Erosion der Ackerflächen und die Oberflächenabschwemmung von Grünland. Alle drei Jahre gibt es durch das Wasserwirtschaftsamt eine sehr intensive monatliche Untersuchung des Sees: Tiefenhorizontiert, bis zum Seegrund in 22 Metern Tiefe, um so einen gesamten Querschnitt vom See zu bekommen.

Heuer ist wieder ein solches Jahr. Dabei werden aber nicht nur chemische Wasserproben entnommen und auf Nährstoffe untersucht, sondern auch das Plankton im Wasser und die Wasserpflanzen und Algen im Flachwasserbereich untersucht. Biologieassistent Martin Mertl vom WWA und Praktikantin Johanna Mertl begutachten, was sie mit einem 25 mal 25 Zentimeter großen Netz aus dem Seeauslauf (Sims) gezogen haben. Sie bestimmen und quantifizieren unter anderem Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven und Egel.

Zusammen mit Christian Wagner, Laborassistent am WWA, geht es dann aufs Boot: Mit dem Planktonnetz werden summierende Mischproben entnommen, um Phytoplankton von der Oberfläche bis zur maximalen Seetiefe zu erfassen. Die Secchi-Scheibe, eine kreisförmige Metallscheibe mit einem Gewicht an der Unterseite, ist ein weiteres Hilfsmittel. Wie weit sichtbar kann man die Scheibe absenken? „Je mehr Algenwachstum, desto trüber wird der See“, erklärt Dr. Roch. Auch die Multiparameter-Sonde ist ein unerlässliches Hilfsmittel, mit dem horizontierte Informationen des Sees gewonnen werden. Sie erfasst abhängig von der Tiefe die Wasserqualität in Echtzeit. „Mittels Multiparameter-Sonden werden gleichzeitig Parameter wie Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit und gelöster Sauerstoff im Simssee gemessen“, erläutert Dr. Roch. Die entnommenen Proben werden anschließend im Labor untersucht.

Die ausgewerteten Ergebnisse werden an das Bayerische Landesamt für Umwelt weitergegeben, dann weiter ans Umweltbundesministerium und schließlich nach Brüssel. Ganz schön viel Aufwand, aber ein wichtiger zur nachhaltigen Verbesserung unserer Gewässer. Das Simsseeschutzprojekt gibt es seit 2003. Oberstes Ziel ist, Nährstoffeinträge weiter zu reduzieren und den Simssee nachhaltig zu schützen. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass nach dem Bau der Simssee-Ringkanalisation die Nährstoffeinträge in den Simssee halbiert wurden, aber der Gehalt des Nährstoffs Phosphors immer noch zu hoch war. Daraus entstand über die vielen Jahre der Projektlaufzeit ein verzweigtes Netzwerk.

Seit 2010 zu fünft,
seit 2022 zu acht

Die Projektleitung und Koordination liegt beim Büro Ecozept aus Freising. Anfangs war das Gemeindegebiet Riedering Modellgebiet, 2010 erfolgte die Erweiterung auf die anderen Simssee-Anrainer-Gemeinden Söchtenau, Prutting, Bad Endorf und Stephanskirchen – alles auf freiwilliger Basis. 2022 haben dann auch noch die drei im Einzugsgebiet der Thalkirchner und Antworter Ache liegenden Gemeinden Frasdorf, Prien und Rimsting ihre Unterstützung zum Seenschutz zugesagt. Damit ist nach langer Entwicklung das gesamte Einzugsgebiet des Simssees mit rund 74 Quadratkilometern am Simsseeschutz beteiligt. Rund 300 Landwirtinnen und Landwirte sind inzwischen an diesem Projekt beteiligt. Durch die Messergebnisse sehen sich Dr.Roch und seine Mitstreiter bestärkt: „Wir sind auf gutem Weg. Die Bemühungen aller Gemeinden im Seeeinzugsgebiet beginnen sich auszuzahlen“.

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