Carmen und Nabucco zu Gast in Rohrdorf

von Redaktion

Der Rohrdorfer Liederkranz präsentiert nach neun Monaten Vorbereitung sein neues Programm „Opera Grande“. Unter der Leitung von Felix Spreng singt der Chor bekannte Stücke von Verdi bis Wagner. Das Konzert findet am heutigen Freitag um 19.30 Uhr im Turner Hölzl statt.

Rohrdorf – In der Tat: Zu welchen Leistungen der Rohrdorfer Liederkranz fähig ist, hat das Publikum in den vergangenen Jahren immer wieder erfahren dürfen, vor allem bei den letzten beiden großen Aufführungen, 2024 beim Mozart-Requiem und im letzten Jahr mit Carmina Burana. Und es ist, wie es immer ist, wenn man großen Erfolg mit seinem Können hat: Das Erreichte verpflichtet, man möchte nicht nur unbedingt das Niveau halten, sondern wenn möglich sogar noch ein bisschen überbieten.

„Hitparade“ der
Opernchöre

Das Programm des diesjährigen Konzertabends, der unter dem Motto „Opera Grande“ steht, bietet dafür jedenfalls die besten Voraussetzungen: Es ist ein Reigen aus den bekanntesten Opernchorstücken der größten Komponisten: von Bizet (Carmen) über Humperdinck (Hänsel und Gretel) bis zu Verdi (Nabucco), Weber (Freischütz) und Wagner (Tannhäuser) – um jeweils nur eines der Stücke zu nennen, die von den jeweiligen Komponisten zu hören sind. Und die letzten Proben, die derzeit stattfinden, bevor es am heutigen Freitag im Turner Hölzl dann tatsächlich so weit ist, lassen erahnen: Es wird großartig werden.

Mit den allerersten Probetreffen begann man schon im September letzten Jahres, seit Januar wird ganz intensiv gearbeitet. Eine lange Zeit, die aber weder Dirigent Felix Spreng noch dem gut 60-köpfigen Chor als langwierig vorgekommen sein dürfte: Man muss sich die Probenzeit, so meint Felix Spreng, eher wie eine Abenteuerreise vorstellen, sozusagen ins Innere der musikalischen Welt dieser Opern. Am Anfang gehe es natürlich zunächst einmal ums Banale und Grundsätzliche, platt gesagt, darum auch die richtigen Noten zu singen. Mit den fortschreitenden Proben gehe es aber immer weiter weg von einem bloßen Absingen, immer mehr hin zu einer echten Interpretation, sprich zu einem Lebendigmachen der Gefühls- und Erlebniswelt, die in diesen Chorwerken steckt.

Und damit auch jene Zuhörer, die in der Opernwelt nicht ganz so zu Hause sind, zum vollen Genuss kommen, wird es an diesem Opernabend immer wieder ganz kurze Erläuterungen geben, eine Aufgabe, die Martin Grick übernimmt: Er führt ja auch bei den großen Herbstkonzerten der Rohrdorfer Blasmusik in die Hintergründe der jeweiligen Stücke ein. Gewährleistet ist so auf jeden Fall, dass die Zuhörer bestens vorbereitet sind auf all die Feinheiten und Nuancen, denen der Chor dann Ausdruck verleiht.

Und fast ist es schade, dass die Konzertbesucher nur das Ergebnis hören werden – beim Weg, der dahin führt, aber nicht dabei sein konnten. Denn es ist ein Erlebnis, wenn man Zeuge wird, wie Felix Spreng etwa beim Gefangenenchor aus Nabucco abklopft, seinen Chor noch einmal an die Gefühle erinnert, die Ausdruck erhalten sollen: Eine fast hoffnungslose Resignation, die dann abgelöst wird von einem trotzigen „Doch. Wir werden es schaffen.“ Und wie dann der Chor das in der Folge tatsächlich umsetzt und damit auch den Zuhörer emporhebt: mit der Steigerung des Eindrucks vom „Toll“ zu „Einfach wunderbar“.

Erwähnt werden muss auf jeden Fall noch, dass – wie schon bei Carmina Burana – der Kinderchor und Jugendchor Apostelsingers der Rosenheimer Apostelkirche mit dabei sein wird, einstudiert von Johanna Weiß.

Philharmoniker
zur Unterstützung

Und dass den instrumentellen Part diesmal ein Profiorchester übernimmt, die Bad Reichenhaller Philharmoniker. Bei der Vielzahl der verschiedenen Opernmelodien ist es einfach wichtig, so sagt Felix Spreng, dass der Instrumentalpart einem Orchester anvertraut wird, das ein bestens eingespielter Klangkörper und darüber hinaus schon mit allen Stücken vertraut ist.

Das Konzert findet heute, Freitag, um 19.30 Uhr im Turner Hölzl in Rohrdorf statt.

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