Aschau – „Wir.Sinn.Cool:“ Der Aschauer Kneipp-Verein deutet schon mit seinem Motto an, dass er die Gesundheitstradition nach Sebastian Kneipp modern und grenzüberschreitend denkt. Und mit dem Projekt „Kneipp – Freude und Genuss“ macht der Verein buchstäblich die „fünf Elemente“ schmackhaft: Wasser – Bewegung – Ernährung – Wildpflanzen – Balance.
Zum 45-jährigen Bestehen hat der Verein das Motto um den Impuls „Kultur“ erweitert und sich mit einem kleinen Festakt im Rathaus mit vielen Ehrengästen und einem großen Fest im Kurpark gefeiert.
Humus für ein
gutes Miteinander
Wolfgang Bude, ehemaliger Leiter der Tourist-Info und ehemaliger Vorsitzender des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins, erinnerte beim Festakt an die Anfangszeit. Aschau wollte sich auf Kur und Erholung ausrichten. Deshalb, aber nicht nur deswegen, habe man damals den Kneipp-Verein gegründet. Aber oftmals habe er sich damals anhören müssen: „Ein Kneippbecken unter den Bäumen im Kurpark? So ein Schmarrn.“
Heute hat Aschau vier Kneipp-Becken, in Sachrang gibt es ein weiteres – und alle sind sie Anziehungsmagnete. Nicht minder umtriebig soll es weitergehen, wie der jetzige Vereinsvorsitzende Dr. Dr. Klaus Piwernetz die rezenten Aktivitäten umriss. Das Kneipp-Becken am Hammerbach und am Moorbad wurde umgebaut und aufgewertet. Der Aschauer Kneipp-Verein tat sich mit Aschau bei Kirchberg in Tirol zu Aschau Hoch Zwei zusammen. Beide Orte haben sich viel Ursprüngliches erhalten, sind von Bergen und Gewässern umgeben und verfügen jeweils über Kneipp-Anlagen, betonte Dr. Dr. Piwernetz beim Festakt im Rathaus.
Mit der Broschüre „Kneipp – Freude und Genuss“ wolle der Verein positive Naturerfahrungen mit den Einrichtungen des Kneipp-Vereins sowie mit Angeboten aus Touristik und Gastronomie auf sogenannten Kneipp-Genusswegen verknüpfen. Freude und Genuss wolle man mit Kultur verbinden. Als Festredner waren dazu Oboist Hansjörg Schellenberger und der ehemalige Kreisbaumeister Alois Juraschek geladen. Schellenberger betonte, dass man Kultur aktiv betreiben müsse und dass Kultur der Humus für ein gutes Miteinander sei.
Er lobte, dass der Kneipp-Verein Menschen zusammenbringe. Und genau das wolle ja auch die Kultur. Juraschek machte deutlich, dass Baukultur kein Luxusgut sei, sondern einen qualitativen Anspruch habe. In diesem Sinne sei die Beschreibung „Aschau – Dorf am Fluss“ nicht nur Floskel, sondern Anspruch: für den Tourismus, aber auch für das Ortsbild an sich.
In dem Zusammenhang erwähnte er das Projekt „ZwischenRäume. Wachstum nach innen.“ Als Lehrbeauftragter der TH Rosenheim hatte Juraschek gemeinsam mit Professor Franz Kobold und Studierenden der TH Rosenheim vor gut zweieinhalb Jahren mögliche Mischnutzungen für Aschaus Mitte erarbeitet. Ein Projekt, das den Fluss wieder ins Dorf holen will.
Heinz Becker, Regionalvorsitzender des Kneipp Landesverbands Bayern, beglückwünschte den Aschauer Kneipp-Verein zu 45 Jahren. Das Gesundheitsbewusstsein wachse weiter: „Pfarrer Kneipp wäre stolz auf euch.“ Schon in seinem Willkommensgruß hatte Aschaus Bürgermeister Simon Frank den Kneipp-Verein mit seinen über 250 Mitgliedern gewürdigt. Der Verein habe die Kneipp-Anlagen zu Verweilorten gemacht: „Bitte sprudelt weiter vor Ideen.“
„Zamhocka“ mit
Freude und Genuss
Ehe es zum eigentlichen Fest in den Kurpark ging, warb Dr. Dr. Piwernetz noch einmal für das Kneippen. Kneipp gelte als die Kultur des guten Lebens, und bei „Kneipp – Freude und Genuss“ bekomme man die Gesundheit dazu geschenkt. Ein weiterer Aspekt sei, dass Gesundheit und Gemeinschaft zusammen gedacht werden sollten. Und genau das sei auch ein weiterer Sinnspruch Aschaus: das „Zamhocka“.
Begleitet von jungen Blechbläsern zog die Festkarawane vom Rathaus in den Kurpark. Dort tanzten Kinder und Jugendliche der Trachtenvereine Edelweiß und D’Griabinger auf und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. „Kneipp – Freude und Genuss“ und „Zamhocka“ – eine großartige Kombination.