Riedering – Am Badeplatz am Tinninger See war es am vergangenen Donnerstagabend ruhig. Von der Tragödie, die sich am frühen Abend auf der anderen Seite des Sees abgespielt hat, hat man am kleinen Kiosk am See nicht viel mitbekommen. „Der Krankenwagen war kurz hier, aber hier war ja nichts“, erzählt Kioskbetreiberin Sandra Krug noch am Abend nach dem Vorfall. „Wir hätten das ja mitbekommen.“ Demnach sei der Rettungsdienst umgekehrt und Richtung Gemeindeteil Gögging gefahren.
76-Jähriger trieb
leblos im Wasser
Was sich wirklich am See abgespielt hatte, erklärte dann eine nächtliche Pressemitteilung der Rosenheimer Polizei. Gegen 17.22 Uhr ging in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ein Notruf ein. Der Anrufer meldete eine „möglicherweise tote Person im Tinninger Weiher“. Und diese Meldung stellte sich schließlich als zutreffend heraus. Ein 76-jähriger Mann aus dem Landkreis Rosenheim konnte offenbar nur noch tot geborgen werden. „Das war am Westufer des Sees“, berichtet Marinus Huber, Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Riedering, dem OVB am Tag nach dem Einsatz. Am besagten Ufer befinde sich ein kleiner Steg. Die Einsatzkräfte bargen dann gemeinsam mit der Wasserwacht den Mann aus dem See. „Wir haben ihn dann an den Rettungsdienst übergeben, und damit war der Einsatz für uns erledigt.“
Wie der Mann letztlich ums Leben gekommen ist, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. „Da die genauen Umstände zunächst unklar waren, übernahm der Kriminaldauerdienst Rosenheim die weiteren Ermittlungen“, berichtet die Rosenheimer Polizei. Gegenstand der Ermittlungen sei insbesondere die Klärung der Frage, ob ein Badeunfall vorliegt. Details dazu kann die Pressestelle des Präsidiums auch am nächsten Tag noch nicht nennen. Die Ermittlungen zum Unfall stehen demnach noch am Anfang.
Klar ist: Ein Zeuge hat vom Steg aus auf der westlichen Seeseite eine leblose Person in etwa zehn Metern Entfernung gemeldet. Auf der Kiosk-Seite ist die teils unter Wasser treibende Person wohl niemandem aufgefallen. Bei der Bergung war der 76-Jährige bereits tot.
„Badeunfälle passieren nicht nur weit draußen im Wasser und nicht nur bei schlechten Schwimmern. Sie passieren oft plötzlich, leise und innerhalb weniger Augenblicke“, hatte Thomas Huber, Landesvorsitzender der Wasserwacht Bayern, erst kürzlich gewarnt. „Gerade zu Beginn der Saison überschätzen viele Menschen ihre Kräfte oder unterschätzen die noch niedrigen Wassertemperaturen. Das kann lebensgefährlich werden.“ Die Wasserwacht rät dazu, langsam ins Wasser zu gehen und nicht zu lange in kalten Gewässern zu bleiben.
Wasserwacht
mahnt zur Vorsicht
„Unsere Einsatzkräfte trainieren das ganze Jahr über, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt. Besonders im Sommer sind sie gefordert. Wir appellieren daher an alle Schwimmerinnen und Schwimmer, jetzt zum Beginn der Badesaison und auch über den ganzen Sommer hinweg die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen. Gehen Sie verantwortungsvoll mit sich und anderen um. Gemeinsam können wir dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und die Badesaison für alle zu einem sicheren und schönen Erlebnis zu machen“, so Huber.