Nachruf

von Redaktion

Raubling-Großholzhausen – Unter großer Anteilnahme wurde die Urne des im Alter von 89 Jahren verstorbenen Georg Bauer im Kirchfriedhof in Großholzhausen beigesetzt. Dieser Beerdigung ging ein Requiem in der Pfarrkirche St. Georg voraus, das von Pfarrer Martin Gehringer zelebriert wurde. Musiker der Blaskapelle und der Kirchenchor unter Leitung von Stephan Heinke umrahmten die kirchliche Feier.

Im Nachruf blickte der Geistliche auf das Leben des Verstorbenen zurück. Georg Bauer wurde 1937 als ältestes von fünf Kindern in Aich beim Aigner geboren. Mit seiner Schwester und den drei Brüdern wuchs er auf und besuchte nach der Schulzeit die Landwirtschaftsschule in Rosenheim.

1958 verstarb die Mutter und der 21-jährige Schorsch musste viel Verantwortung übernehmen und den Vater unterstützen, da der jüngste Bruder erst 14 Jahre alt war.

Der „Aigner Schorsch“, wie er im Dorf und in der Umgebung genannt wurde, war sehr naturverbunden. Er ging gerne in die Berge und war auch auf Skiern unterwegs. In der Bergweggenossenschaft half er beim Bauen und Herrichten der Bergwege. Auch am Bau des Schwimmbades in den 1960er-Jahren war er beteiligt. Als gläubiger Christ war es für ihn selbstverständlich, bei der Kirchenrenovierung Hand anzulegen. Der sonntägliche Kirchgang und das Feiern der Hochfeste gehörten zu seinem Leben. Gut 40 Jahre war er an Fronleichnam einer der vier Himmelträger, die ohne langes Fragen und Bitten jedes Jahr zur Stelle waren. Dieses Ehrenamt hat er an seinen Sohn und an seinen Enkel weitergegeben.

Von 1970 bis 2002 war Georg Bauer mit Sachverstand, Engagement und Weitblick im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank, davon drei Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender in Großholzhausen. Große Freude hatte er auch am Klarinetten- und Saxofonspielen. Von 1985 bis 1988 war der Verstorbene der zudem allererste Vorsitzende der Musikkapelle Großholzhausen. Insgesamt gehörte er dieser 37 Jahre an.

In Nußdorf, wo die Musiker öfter aufspielten, lernte er seine Frau Martha kennen. Die beiden heirateten im Mai 1965. Zwei Jahre später übernahm er von seinem Vater die Landwirtschaft. Die Kinder Georg, Martina und Markus kamen zur Welt. In späteren Jahren gesellten sich sechs Enkelkinder zur Familie und machten diese komplett. An deren Leben war er stets interessiert und nahm lebhaft Anteil. Den Ruhestand genoss er, hatte er nun doch Zeit zum Radfahren und für Busreisen zusammen mit seiner Frau. Glücklich konnten die Eheleute vergangenes Jahr im Kreise der Familie ihre diamantene Hochzeit feiern. In den letzten Jahren machte ihm das fortschreitende Alter zunehmend Mühe. Dank der Liebe und Fürsorge seiner Frau und der Tochter konnte er seinen Lebensabend daheim verbringen und durfte auch in der vertrauten Umgebung sterben. Nach der kirchlichen Feier formierte sich unter Vorantritt der Musikkapelle und der Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des Trachtenvereins und des ASV ein langer Trauerzug. Enkel Florian trug die Urne des geliebten Opas zur letzten Ruhestätte auf dem Kirchfriedhof. Musikmeister Stephan Heinke nahm in Vertretung des Musikvorstands mit sehr persönlichen Worten Abschied von dem langjährigen Mitglied der Kapelle. Anstatt eines Kranzes werden die Musiker den ersten Jahrtag festlich gestalten. Zum Lied vom Guten Kameraden neigten sich die Fahnen zu einem letzten Gruß.

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