Großkarolinenfeld – Mit nachdenklichen und engagierten Texten zum Thema Gleichstellung haben Schüler der Max-Joseph-Schule bei einer Poetry Night in der Kunststation Karolinenkirche beeindruckt. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Ausstellung „Goldregen später“ statt und wurde von der Bühnenpoetin Franziska Ruprecht begleitet.
Seit Kurzem ist in der Kunststation Karolinenkirche in Großkarolinenfeld eine neue Ausstellung zu bewundern: „Goldregen später“. Kürzlich fand die Eröffnung statt. Masako Ohta (Pianistin, Klang-Performerin und Komponistin) und Matthias Lindermayr (Trompete) zauberten dazu ein wunderbares Konzert in die Karolinenkirche.
Die Ausstellung präsentiert Werke von Künstlern der Gemeinschaft der Künstler und Kunstförderer (GEDOK) in den Regionalgruppen GEDOKmuc und GEDOK Franken. Unter dem Titel „Goldregen später“ thematisiert sie die oft schwierigen Bedingungen, unter denen Frauen zwischen Familie, Beruf und künstlerischem Schaffen ihren Weg in die Professionalität finden. Die weibliche Perspektive und die Perspektive der Gesellschaft auf Frauen wird auch in den Begleitveranstaltungen thematisiert.
Einen besonderen Akzent setzte die Poetry Night, die in Kooperation mit der Max-Joseph-Schule entstand. Zwei Tage lang arbeitete Franziska Ruprecht mit Jugendlichen an Texten rund um Gleichberechtigung, Frauenrechte und gesellschaftliche Verantwortung. Die Performance-Poetin, die 2020 mit dem GEDOK-Literaturförderpreis ausgezeichnet wurde, betonte zu Beginn die Bedeutung der eigenen Stimme – nicht nur als Ausdrucksmittel auf der Bühne, sondern auch als Möglichkeit, Gefühle, Erfahrungen und Meinungen sichtbar zu machen.
Sie lobte dabei die Kooperation der Schule, denn es sei, wie sie sagte, immer sehr schwierig, überhaupt Zeit zu bekommen, weil ja alle sehr beschäftigt sind und Fächer und Prüfungen absolvieren müssen. Die Schüler griffen in ihren Beiträgen Themen wie Lohnungleichheit, Benachteiligungen im Berufsleben und sexuelle Gewalt auf. Dabei zeigten sie, wie intensiv sie sich mit den Herausforderungen von Frauen in der Gesellschaft auseinandergesetzt hatten. „Zeit verändert Kunst, Kunst verändert Zeit. Doch wie kann Kunst so wichtig sein, wenn ich sie nicht ausüben darf?“, lautete eine der eindrucksvollen Zeilen. Eine weitere Schülerin formulierte die Forderung: „Frauenrechte sind Menschenrechte und genau das ist das Gerechte.“
Das Publikum verfolgte die Beiträge aufmerksam und honorierte die Leistungen der Jugendlichen am Ende mit stehenden Ovationen. Franziska Ruprecht zeigte sich begeistert von den Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit: „Ihr wart super“, lobte sie die Gruppe. Auch Kunststationsleiter Dr. Richard Graupner würdigte das Engagement der Schüler. „Eine ganz tolle Arbeit, echt bewundernswert“, sagte er.