Viele Darstellungen, mannigfaltiges Brauchtum

von Redaktion

Bildbetrachtungen zum Fest des heiligen Johannes des Täufers am heutigen Mittwoch

Wasserburg – Sie treten gemeinsam auf, wenn sie auf Altären stehen: Johannes Evangelist und Johannes der Täufer, dessen Fest am heutigen Mittwoch gefeiert wird. Ihre Festtage liegen genau ein halbes Jahr auseinander. Oft nehmen die Künstler noch den dritten Namensträger, den heiligen Johannes Nepomuk, mit in die Altarkomposition auf, wie etwa am ehemaligen „Johannes“-Altar in St. Jakob. In der Ikonografie kennt man für Johannes den Täufer (oder lateinisch Baptist) vornehmlich drei Darstellungsformen. Als Cousin von Jesus stellt man ihn gerne mit dem Jesusknaben dar, mit dem er spielt oder ihn liebevoll bewacht. Als Beispiel kann ein Gemälde von Ulrich Loth gelten, das einst im Kapuzinerkloster hing. Die bekannteste Szene ist jene, in der Johannes im Fellgewand Jesus am Jordan tauft.

Am Anfang
gotischer Tafelgemälde

In Bildfolgen zum Leben Jesu steht dieses Ereignis gerne am Anfang von gotischen Tafelgemälden, in plastischer Form schmückt diese Taufszene häufig die Abdeckungen von Taufbecken. Die dritte Sequenz beschäftigt sich mit der Hinrichtung des Johannes im Kerker, als Salome von Herodes das Haupt des Bußpredigers verlangt, der ihr lasterhaftes Treiben anprangert. Die Schüssel mit dem Johannes-Haupt schmückt den Auszug der Schlosskapelle von Penzing und der Lebzelter Hans Surauer hat die zwei bekanntesten Szenen aus dem Leben seines Namenspatrons in der Michaelskapelle in Wasserburg um 1617 an die Wand malen beziehungsweise erneuern lassen, nachdem bereits seit ihrer Einweihung 1508 der rechte Seitenaltar dem heiligen Johannes der Täufer geweiht war. Die spätgotische Schreinfigur hat sich vermutlich bis heute erhalten.

Zahlreich sind also die Darstellungen dieses Heiligen und mannigfaltig das Brauchtum um seinen Festtag zurzeit der Sommersonnwende.

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