Zum Bericht „Funkmast auf dem Feuerwehrhaus geplant“ (Lokalteil):
Mit Interesse habe ich den Bericht über den geplanten Mobilfunkmast am Feuerwehrhaus in Nußdorf gelesen. Niemand bestreitet, dass die Mobilfunkversorgung verbessert werden muss. Eine moderne Infrastruktur ist wichtig, und bestehende Versorgungslücken sollten geschlossen werden.
Dennoch stellt sich die Frage, ob der Standort am Ortseingang die beste Lösung ist. Der geplante Mast wird das Ortsbild deutlich prägen. Gerade der Ortseingang ist die Visitenkarte eines Dorfes. Viele Gemeinden investieren in ein attraktives Erscheinungsbild, während in Nußdorf ausgerechnet an dieser exponierten Stelle ein weithin sichtbarer Mobilfunkmast entstehen soll.
Für viele Bürger ist daher unverständlich, dass andere mögliche Standorte offenbar nicht weiterverfolgt wurden. Genannt wurden unter anderem das Kleinfeld, der Bereich am Sportplatz, der Riedlberg, der Wasserhochbehälter oder die Nußdorfer Au. Auch gemeindeeigene Gebäude hätten zumindest geprüft werden können.
Es geht nicht darum, den Ausbau des Mobilfunknetzes zu verhindern. Vielmehr sollte eine Lösung gefunden werden, die sowohl die technische Versorgung als auch die Interessen des Ortsbildes berücksichtigt.
Kritisch sehe ich zudem die Kommunikation. Viele Anwohner erfuhren erst aus der Zeitung von den konkreten Plänen. Ein frühzeitiger Dialog mit den Betroffenen hätte die Akzeptanz des Projekts fördern können. Transparenz und Bürgerbeteiligung sind bei solchen Vorhaben wichtige Voraussetzungen.
Die Entscheidung des Gemeinderats ist gefallen. Dennoch sollte die Diskussion nicht allein auf technische Aspekte reduziert werden. Mobilfunkversorgung und Ortsbild müssen kein Widerspruch sein, wenn man bereit ist, nach der bestmöglichen und nicht nach der einfachsten Lösung zu suchen.
Wolfgang Stadler
Nußdorf