Kiefersfelden – Seit vielen Jahren läuft in Kiefersfelden der Prozess zur Schaffung einer sogenannten „Grünen Achse“ als Teil der Umsetzung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts „Dorfmitte“ des Freistaats Bayern. Ziel ist es dabei, zwischen dem durch den Ort mäandernden Kieferbach, dem erhaben liegenden Kurpark mit seinem alles überragenden Maibaum und der Grund- und Hauptschule in der Dorfstraße einen Weg zu kreieren, der sicher, ökologisch und für alle gut begehbar ist sowie Lebensqualität und Platz im öffentlichen Raum schafft.
„Wertet den Ort
ungemein auf“
Bürgermeister Hajo Gruber (UW) ist von dieser Maßnahme nicht nur überzeugt, sondern geradezu begeistert: „Wir wollen diese grüne Achse schaffen, denn die wertet den Ort ungemein auf und erhöht die Sicherheit vor allem für die Schulkinder, die diesen Weg immer nutzen.“ Ein wesentlicher Teil dieser „Grünen Achse“ ist der Platz um das alte Rathaus, der mit Grünfläche, Blumenwiese, Baumflächen, Denkmal, Brunnen und Parkplätzen bereits Realität ist. Entsprechend den Vorgaben des Entwicklungskonzepts wurden auch schon die Grünachse zwischen Kieferbach und Rathausvorplatz sowie die „Damville-Uferpromenade“ und die Fußgängerbrücke über den Kieferbach umgesetzt, wobei der Gemeindesäckel erheblich belastet wurde.
Jetzt stellte Landschaftsarchitekt Robert Haidacher aus Rosenheim den Mitgliedern des Gemeinderats die von ihm entworfenen machbaren Wegeverbindungen zwischen Rathaus, Kufsteiner Straße und Kurpark detailliert vor und setzte auch gleich mit den Kosten für diese Maßnahme von mindestens 825.000 Euro ein Ausrufezeichen.
Zwei Möglichkeiten brachte der Rosenheimer Landschaftsarchitekt dabei den Anwesenden näher. Einmal den direkten Weg vom Rathaus, mit neu zu schaffender Fußgängerampel über die Kufsteiner Straße (Staatsstraße 2089), hinauf zum Kurpark und weiter bis zur Schule. Oder aber vom Rathaus über die Kufsteiner Straße und die bereits bestehende „Rewe-Ampel“, vorbei an dem Lebensmittelmarkt hinauf zu Kurpark und Schule. Bei beiden Vorschlägen hatte die Schaffung der Verkehrssicherheit für die Schulkinder und Straßenquerer oberste Priorität.
Der Rathauschef betonte danach, „dass durch diese Maßnahme gute Chancen zur örtlichen Qualitätsverbesserung gegeben sind und die geplante ‚Grünverbindung‘ noch unverbaut ist“. Als ein seiner Meinung nach wichtiges Argument für die zweite Alternative führte er auf, dass „der Rewe-Überweg den Bürgern vertraut und auch außerhalb der Schulzeiten stark frequentiert ist“.
Dem folgte Thomas Zach (CSU) nur bedingt. Er favorisiert Vorschlag eins mit einer neu zu schaffenden Fußgängerampel über die Kufsteiner Straße, die aber rund 18 Meter hinter der jetzigen Ampel in Richtung Sparkasse liegen würde. „Denn das ist der gerade Weg hinauf zum Kurpark, ohne den Schlenker über die Rewe-Ampel.“ Und diese Fußgängerampel müsste dann entfernt werden, denn nach den Vorgaben des zuständigen Staatlichen Bauamts Rosenheim (StBA) ist in diesem Bereich nur eine Querungshilfe über die Staatsstraße 2089 möglich.
Entscheidung
soll im Juli fallen
Zur Verkehrsberuhigung war auch eine Bepflasterung dieses Bereichs der viel befahrenen Verbindungsstraße nach Tirol Thema, mit Schaffung einer 30er-Zone, was aber noch einer Klärung mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt bedarf. All diese Argumente für und wider führten zu einer kontroversen, aber durchaus sachlichen Diskussion der Räte, die unterschiedliche Varianten sahen und die Begründung dazu gleich mitlieferten.
Schlussendlich konnte in dieser Sitzung kein gemeinsamer Konsens erzielt werden. Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung am Montag, 15. Juli, die finale Entscheidung über die Weiterführung der „Grünen Achse“ fallen mit der Absicht, das Gesamtkonzept an den Freistaat weiterzureichen, der eine Förderung dieser Maßnahme von bis zu 80 Prozent in Aussicht gestellt hat.